Review LilyGo T-Echo Meshtastic Gerät mit BME280 Sensor

Das LilyGo T-Echo Meshtastic ist ein Fertiggerät zum sofortigen Einsatz im Meshtastic-Netzwerk.
Was Meshtastic ist, darüber habe ich einen eigenen Artikel verfasst. Nur ganz kurz und viel zu vereinfacht auf eine Summe gebracht: Meshtastic ist wie WhatsApp, nur ohne Internet oder Mobilfunk.
Das T-Echo darf sich zu Recht ein Fertiggerät nennen: Es hat einen eingebauten Akku, GPS, ein ePaper-Display, eine externe Antenne und ist nur 127 x 24.3 x 53.8 mm groß. Man muss nichts mehr löten oder schrauben (außer die Antenne drauf) und kann sofort loslegen.
Das Set mit Antenne und USB-Ladekabel kommt in einer stabilen Plastikbox, die mit Schaumstoff ausgepolstert ist. Da kann beim Versand nicht viel schiefgehen. Pluspunkt von mir für dieses kleine, feine Detail.
Im Inneren des T-Echo werkelt als Hauptprozessor ein nRF52840 von Nordic Semiconductor. Die nRF-Mikrocontroller sind für ihre Stromsparsamkeit bekannt. Und das zieht bei diesem Gerät durch, denn auch das ePaper Display verbraucht nur Energie, wenn es aktualisiert wird. Die Anzeige selbst verbraucht keinen Strom. Ein Bild bleibt sozusagen wie ein Zeitungsausschnitt für immer vorhanden.
Auch der für LoRa zuständige Chip, ein Semtech SX1262, ist auf Stromsparen getrimmt. Er verbraucht noch weniger Strom als sein Vorgänger SX1276. Trotz verringerter Leistung ist der Empfang beim SX1262 ein wenig besser als beim SX1276.
Der im kompakten Gehäuse verbaute Akku bringt es mit seinen 850 mAh dank der Stromsparkomponenten auf 1 ½ bis 2 Tage bei eingeschaltetem GPS und BME280 Sensor.
Der optionale BME280 von Bosch Sensortec ist ein Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeits-Sensor. Den kann man gleich mitbestellen, was 8 USD mehr kostet und sich meiner Meinung nach lohnt. Denn dann broadcastet der T-Echo außer seinen GPS-Koordinaten auch seine Sensordaten: Temperatur, Luftfeuchte, Luftdruck. Wobei man diese Werte ein wenig mit Vorsicht genießen sollte, wie in diesem Artikel erklärt.
Mit der kleinen, nur 6 cm langen Stummelantenne passt der T-Echo in jede Jacken-Brusttasche. Ansonsten gibt es auf der Rückseite auch noch 2 Schraublöcher (M3), um daran zum Beispiel eine Clip-Vorrichtung für den Rucksack zu befestigen, die man eventuell selbst designt und mit dem eigenen 3D-Drucker ausgedruckt hat.

Insgesamt wirkt das Gerät sehr durchdacht. Bis auf eine Kleinigkeit: Der zu leicht zu erreichende Reset-Taster an der linken Seite. Den kann man schnell mal aus Versehen auslösen. Aber auch hier kann ein 3D-Drucker Abhilfe schaffen, indem man sich eine Klammer ausdruckt, die den Taster schützt.
Unter dem Reset-Taster findet sich die Bedientaste. Diese drückt man kurz, um zwischen den Einzelbildschirmen zu springen. Welche Info-Screens angezeigt werden sollen, und welche nicht, kann man im internen Menü des T-Echo einstellen. Ins Menü kommt man, indem man die Bedientaste lange drückt. Danach gilt: Kurzdruck gleich nächster Menüeintrag und Langdruck gleich Auswählen. So hangelt man sich etwas mühsam durch die Konfiguration der Geräteeigenschaften, die nicht durch die Meshtastic-App abgedeckt werden.
Wobei man hier Lilygo ein Lob aussprechen muss, wie intelligent sie das ePaper-Display benutzen. Beim Durchschalten der Menüeinträge wird nämlich der schnelle Aktualisierungsmodus benutzt, der zwar einen leichten grauen Schatten des letzten Inhalts auf dem Bildschirm hinterlässt, aber dafür wirklich schnell für ein ePaper Display ist. Die Schatten verschwinden bei der nächsten ePaper-Vollaktualisierung, die dauert aber eine ganze Sekunde oder auch zwei.
Dann gibt es noch eine Sensor-Taste oben links neben der Antenne, die die Hintergrundbeleuchtung des T-Echo einschaltet. Und die ist echt hell. Schon zu hell für meinen Geschmack. Die kann man ja schon fast als Taschenlampe verwenden und sie wird mich blenden, wenn es stockfinstere Nacht ist. Hier wünsche ich mir für die nächste Version einen Eintrag im internen Menü, mit dem man die Helligkeit auf einen Prozentwert einstellen kann. Das Display dann via PWM abzudimmen wird sicher möglich sein. Zudem funktioniert die Sensortaste nicht immer ganz zuverlässig. Hier wäre vielleicht doch ein ganz normaler Taster besser. Aber da sich ePaper ganz ähnlich wie Zeitungspapier verhält, kann man das Display auch mit einer schwachen Taschenlampe oder dem Head-Light anleuchten.

Auf der rechten Seite befindet sich dann der USB-C-Anschluss, um einen leeren Akku wieder aufzuladen. Dann wird die linke Mini-LED daneben rot. Die Positionierung auf der Seite finde ich positiv, so kann man das Gerät mit der Antenne nach oben hinstellen und trotzdem laden.
Der T-Echo als Standalone-Gerät
Als Standalone-Gerät sieht man auf den Infoscreens die letzten Nodes, die man empfangen hat. Hier kann man den Zeitraum selbst im internen Menü einstellen und auf bis zu 2 Stunden hochschrauben.Auf dem nächsten Screen sieht man die Anzahl der Nodes, die man gesehen hat und die Namen der ersten 5 Nodes und wieviele Hops diese entfernt sind. Ein nach unten Scrollen ist nicht nötig, dazu muss man dann die App bemühen.
Dann folgen Screens mit den letzten empfangenen Direktnachrichten und den Nachrichten auf den definierten Channels. Aus hier kein Scrollen ohne App. Aber meist interessieren ja eh nur die neuen Messages.
Und dann ist da noch der Karten-Screen, den ich aber wenig brauchbar finde. Hier wird mit kleinen Symbolen wie x und ! versucht, eine Karte der Positionen der Nodes in der Umgebung zu zeichnen. Hier hat man schnell viele Kreuze übereinander. Namen dazu zu schreiben wäre sinnlos, das macht die Karte auch nicht. Die Karte hat aber schon einen gewissen Nutzwert, denn sie gibt schon einen groben Überblick über die Himmelsrichtung, in der sich die meisten Nodes befinden. Mehr Info findet man dann wieder in der App.
Was ich schmerzlich vermisse, ist ein kurzes Piepen, wenn eine neue Nachricht eingeht. Oder wenigstens, dass die Hintergrundbeleuchtung ein paar mal aufblinkt, weil es ist ja kein Buzzer verbaut. Das wäre noch ein Wunsch für die nächste Firmware-Version. Denn so muss man immer wieder aufs Display gucken, ob es etwas neues gibt.
Verschicken von Nachrichten geht ohne App nicht. Es gibt auch keine vorgefertigten Nachrichten, die man über das Menü versenden könnte. Außer vielleicht die Möglichkeit einen Meshtastic-Ping zu senden. Der bei mir aber ohne direkte Auswirkungen blieb.
Bedienung über die Meshtastic-App
Sein volles Potential entfaltet der T-Echo zusammen mit einem Smartphone und der Meshtastic-App. Diese findet man für Apple und Android auf der Meshtastic-Download-Seite.Dann muss der T-Echo per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Das sollte eigentlich auch die App können, doch hier hakelt es ein wenig. Aber schließlich habe ich das Smartphone und den T-Echo über das normale Android-Bluetooth-Pairing verbinden können.
Da sich die Meshtastic-App ständig ändert, gehe ich hier nicht auf jedes Detail an. Ich empfehle, das untenstehende Video anzuschauen, in dem ich auf so gut wie alle Einstellungen der App eingehe, und zwar für die Firmware-Version T-Echo 2.6.11 und die App-Version 2.6.30.
Wenn die Verbindung via Bluetooth auf die eine oder andere Weise funktioniert hat, erscheint das Gerät mit seinem Kürzel in der Liste in dem Cloud-Tab. Identifikationsmerkmal sind hier die letzten 4 Hex-Ziffern der ID des Gerätes, im Fall meines T-Echo "bf9c".Man kann den Kurz-Namen auch in den Einstellungen ändern. Das hatte ich einmal gemacht und mein Gerät "Doc1" genannt. Man hat nur 4 Zeichen dafür zur Verfügung. Später haben ich den Kurznamen noch einmal in "QUL1" geändert, weil ich mir davon versprach, ein Problem mit einem geänderten privaten Schlüssel zu beheben, der zur Folge hatte, dass meine Geräte nicht mehr untereinander kommunizieren konnten. Das hat aber allein nichts gebracht.
Und nun scheint die App durcheinander gekommen zu sein. Denn sie zeigt oben korrekt "QUL1", den neuen Kurznamen an, während sie als Cloud-Namen immer noch "Doc1" benutzt. Wie gesagt, die Meshtastic-App ist noch in der Entwicklung und noch nicht ganz perfekt.
"Cool_89e8" ist Kurzname und die letzten 4 Hex-Ziffern der ID meine LilyGo T-Deck, das ich ebenfalls über Bluetooth ansteuern kann, aber dazu in einem anderen Artikel später mehr. Nur wichtig zu wissen: man kann mit einer App mehrere Nodes verwalten und steuern.
Ganz links in der Tab-Auswahl unten findet sich eine Sprechblase. Dahinter finden sich die mit diesem Node ausgetauschten Nachrichten.Wie man hier sieht, habe ich ...
- Cool / Doc Cool T-Deck plus: Selbstgespräche geführt zwischen T-Echo und T-Deck
- Channel 0 / LongFast: Auf dem öffentlichen Channel LongFast mit anderen in Reichweite geplaudert
- HR1 / malzknecht: Versucht, mit dem Node HR1 Kontakt aufzunehmen (was allerdings bisweilen nicht geklappt hat)
- Channel 1 / Geocaching: Einen eigenen Channel für Geocacher aufgemacht - das Passwort ist übrigens "gg--" in Base64. Vielleicht etabliert sich das ja unter Geocachern, so dass diese ihren eigenen themenspezifischen Meshtastic-Channel haben.
Klicke ich hier auf einen Eintrag, komme ich direkt in die Liste der bisher geschriebenen und empfangenen Nachrichten, ich will das mal kurz und griffig "Chat" nennen.Chats gibt es für Channels oder mit Teilnehmern bzw. anderen Nodes direkt. Diese heißen dann Direct Messages und sind mit AES 256 bit, also sicher Ende-zu-Ende verschlüsselt. Hier kann niemand anderes mitlesen.
Hier beispielsweise, die Nachrichten, die ich zwischen meinen beiden Meshtastic-Endgeräte T-Echo und T-Deck ausgetauscht habe.
Wobei ich hier natürlich nur die Nachrichten vom T-Deck sehe, die auch angekommen sind. Ich habe auf dem T-Deck einige Nachrichten zum T-Echo im Rahmen eines Reichweiten-Tests versendet, die aber nicht ankamen. Solche Nachrichten umrahmt das T-Deck dann rot (und grün für angekommen).
In der Meshtastic-App gibt es dafür das Icon ganz rechts, wobei ...
- eine Person mit Checkmark: abgesendete Nachricht vom Empfäger Node empfangen (ACK)
- eine Cloud mit Checkmark: abgesendete Nachricht von anderer Node im Mesh zur Weiterleitung angenommen. Das heißt nicht, dass der Empfänger die Nachricht bekommen wird. Denn dann verwandelt sich das Icon in eine Person mit Checkmark. Bleibt das Icon bei Cloud mit Checkmark, dann ist der Status unklar. Dann ist entweder die Nachricht schlussendlich beim Empfänger angekommen, aber das ACK fand den Rückweg zum Sender sind. Oder die Weiterleitung über mehrere Hops konnte nicht bis zum Empfänger vollendet werden und die Kette ist irgendwo auf dem Weg abgebrochen. Dann ist die Nachricht beim Empfänger angekommen.
- ein Rückwärts-Pfeil: eingehende Nachricht von anderer Node, ein Klick darauf antwortet auf Nachricht mit Kontext.
- eine durchgestrichene Cloud: abgesendete Nachricht konnte von anderer Node nicht empfangen werden (kein ACK), ein Klick darauf sendet die Nachricht noch einmal.
Und unter "Text senden" kann man selbsterklärenderweise Nachrichten schreiben. Dafür öffnet sich die normale Android-Soft-Tastatur.
Die beiden Personen im Wahl-Tab stehen für die Nodes in der Umgebung. Hier kann man oben bei Filter - ja was wohl - filtern und sortieren. Möchte man alle Nodes sehen, oder nur die, die ohne Hops erreichbar sind oder nur seine Favoriten? Möchte man die Liste nach Entfernung oder Hops sortiert haben?Hier sieht man auch alle gebroadcasteten Infos der anderen Nodes. Meist ist das nur die GPS-Position und Akkuladung. Der T-Echo broadcastet aber auch gleich seine Umweltparameter, die er vom BME280-Sensor hat: Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Manchmal steht auch dabei, wieviele GPS-Satelliten die Node gerade empfängt, um sich ein ungefähres Bild über die GPS-Genauigkeit machen zu können.
Ein Klick auf die Geo-Koordinaten öffnet eine Karte (kommt im nächsten Tab-Punkt) mit dem Standort des Nodes und ein Langklick auf den Kurznamen öffnet einen Privatchat (Direktnachricht) an diesen Node.
Der nächste Punkt im Auswahl-Tab sieht aus wie eine gefaltete Landkarte. Und das ist hier auch zu finden.Hier sieht man alle Nodes, von denen man die Geo-Koordinaten gesehen hat, in einer Karte. Die Kreise stehen für die Reichweite. Hier kann man rein- und rauszoomen und auf die Suche gehen nach Nachbarn oder weit entfernten Nodes, bei denen man sich fragt, wie sie es bei der Entfernung auf die Liste geschafft haben.
Wichtig: Dies ist keine Momentaufnahme, sondern bezieht sich auf alle gesehenen Nodes. Wenn man also so wie ich nach Nürnberg reinfährt und später wieder nach Zirndorf nach Hause zurück kehrt, dann sieht man auch alles Nodes, die die eigene Node auf der Fahrt in Nürnberg gesehen hat.
Klickt man oben auf den Kurznamen der eigenen Node, dann sieht man sein eigenen Steckbrief, sein Profil sozusagen.
Interessant wird es, wenn man weiter herunter scrollt, zumindest beim T-Echo, denn dann kann man die momentanen Umweltdaten sehen - so man diese denn in den Einstellungen aktiviert hat (kommt gleich).
Die Sensordaten für den BME280 werden sogar aufgezeichnet, so lange das Gerät an ist. So hat man einen Kurvenverlauf von Temperatur (PCB), Luftfeuchte und Luftdruck (Umgebungsdruck, kein barometrischer Wetter-Luftdruck). Genaueres, wie die Daten zu interpretieren sind, in diesem Artikel von mir .Was man auf jeden Fall "out-of-the-Box" kann, ist zu erkennen, ob der Luftdruck jetzt abgefallen ist. Das spricht für Regen und wenn er sehr schnell fällt vielleicht auch für einen Sturm. Steigt der Luftdruck hingegen, wird es schöner. Ganz wie Opas olles Wand-Thermometer auf dem Balkon ;)
Nur mit dem Unterschied, dass man nicht hinlaufen und nachschauen muss, sondern das bequem vom Smartphone machen kann, solange man sich in Bluetooth-Reichweite befindet. Und auch das Einstellen der kleinen Merk-Nadel am Barometer kann man sich sparen, man hat ja eine viel aussagekräftigere Kurve.
Klickt man auf das Zahnrad, kommt man in die Einstellungen des T-Echo. Hier gibt es wirklich viele Optionen. Bitte schaut in das Video unten für alle Infos.Hier und jetzt nur die wichtigsten Infos für den T-Echo.
Falls kein GPS-Position auf dem Gerät angezeigt wird, kann das an zwei Dingen liegen:A) ihr steht mitten im Zimmer und habt keinen Satelliten-Empfang. Dann versucht es wenigstens am Fenster oder besser noch: geht raus unter freien Himmel.
B) das GPS ist nicht aktiviert. Dann könnt ihr das hier in den Positionseinstellungen tun. Wichtig ist hier besonders, das hinter GPS Modus ENABLED steht. Lasst die Felder GPS RX / TX Pin so wie sie sind auf Null. In manchen Foren steht Quatsch, ihr müsstest hier bestimmte Pin-Nummern eingeben. Hört ihr darauf, funktioniert GPS nicht.
In der hier vorgestellten Version funktioniert das alles automatisch mit dem T-Echo. Keine Pin-Angaben notwendig!
Damit der T-Echo mit BME280-Option auch fleißig seine Umweltdaten überträgt, müssen wir in die Telemetrie Einstellungen und dort das Modul Umweltdaten aktivieren. Außerdem sollte man die Umweltdatenzeige und das Modul aktivieren.Wer möchte, kann hier auch die Energiedatenanzeige samt Modul aktivieren.
Ganz am Ende der Einstellungsseite kommen noch einmal ein paar wichtige Funktionen.Einmal "Herunterfahren": Das versetzt unser T-Echo in den Deep Sleep Modus und ist komfortabler als den Eintrag im internen Menü des T-Echo auszuwählen.
Zum Einschalten reicht es dann, den Reset-Taster einmal zu drücken und der T-Echo geht wieder an. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie lange der Akku im Tiefschlaf genau durch hält. Und ich kann nur sagen: sehr sehr lange. Das ist ein Vorteil des stromsparenden nRF52840-Mikrocontrollers. Und ich bin immer noch fasziniert davon, dass das ePaper-Display weiterhin etwas anzeigt ohne überhaupt Strom zu verbrauchen.
Wichtig ist auch der allerletzte Punkt hier: "Node-Datenbank zurücksetzen". Klickt man darauf, dann werden alle gespeicherten Daten der anderen Nodes gelöscht. Erst dachte ich, dass auch die ausgetauschten Nachrichten damit verloren wären. Dem ist aber nicht so. Die Chats bleiben erhalten.
Diesen Knopf sollte man betätigen, wenn man eine Node nicht mehr erreichen kann, obwohl es bisher immer funktionierte und sie sich auch in der Nähe befindet.
Denn dafür kann ein Grund sein, dass die Node ihren persönlichen Schlüssel - aus welchen Gründen auch immer - gewechselt hat. Ich habe das einmal gemacht, weil ich meine privaten Schlüssel in einem Video gezeigt hatte und damit die Sicherheit natürlich futsch ist. Also habe ich kurzerhand einen neuen erstellt.
Die Crux ist dann nur die folgende: Wenn Node1 an Node2 etwas sendet, dann fragt sie bei der ersten Kommunikationsaufnahme nach dem öffentlichen Schlüssel der Node2. Damit sie das nicht immer wieder machen muss, speichert sie diesen Schlüssel in der Node-Datenbank.
Wenn jetzt Node2 ihren privaten Schlüssel ändert, dann ändert sich auch automatisch der öffentlichen Schlüssel von Node2. Und dann passiert folgendes, wenn Node1 eine Nachricht an Node2 schickt: Node1 holt sich den öffentlichen Schüssel von Node2 aus seiner Datenbank, verschlüsselt die Nachricht damit und schickt das Paket an Node2. Node2 empfängt das Paket, versucht es auszupacken, aber die Schlüssel passt nicht. Es lehnt die Nachricht ab.
Und hier merkt man den gefühlten Beta-Status von Meshtastic: Normalerweise sollte jetzt Node2 an Node1 "Schlüssel falsch" statt eines ACK zurückmelden. Aber scheinbar wird nur ein NACK (also nicht okay) ohne Grund zurückgeliefert. Der Besitzer von Node1 darf dann herumrätseln, warum es nicht geklappt hat statt eine aussagekräftige Fehlermeldung zu sehen. Um darauf zu kommen, muss man sich schon ein bisschen mit Kryptografie auskennen.
Aufgeschraubt und Reingeschaut

Auch innen zeigt sich die hohe Verarbeitungsqualität des T-Echo. Auch wenn es ein wenig eng zugeht. Auf die Hauptplatine ist der 850 mAh Li-Ion Akku geklebt, der erfreulicherweise über einen kleinen Standard-Stecker verfügt. Auch lässt sich das Gerät über zwei Kreuzschlitz-Schrauben einfach und sauber öffnen - vorausgesetzt, man hat einen Schrauberdreher oder ein Bit, das im Durchmesser klein genug ist.
Alle Funk-Einheiten sind sauber und sinnvoll platziert und über kleine Pigtail-Kabel mit der Hauptplatine verbunden: Oben links der Anschluss für die externe LoRa-Antenne, gleich daneben die Keramikantenne für den GPS-Empfang und unten gibt es dann eine Überraschung: Der T-Echo verfügt wahrlich über eine NFC-Antenne. Auch wenn die Meshtastic-Firmware die nicht unterstützt, so ist sie wie versprochen vorhanden. Vielleicht kann man ja mit der LilyGo-SoftRF-Firmware die NFC-Funktionalität ansprechen. Aber das T-Echo gefällt mir als Meshtastic-Gerät dermaßen gut, dass ich es dabei belassen will. Zumindest vorerst.
Der Semtech SX1262 - LoRa-Chip in der 868 / 915 MHz - Version lugt schon etwas unter dem Akku hervor.

Nimmt man den Akku beiseite, zeigt sich die Hauptplatine in voller Pracht: unter dem SX1262 dürfte sich der nRF52840 Mikrocontroller befindet. Es befindet sich ein V1-Aufkleber darauf.
Rechts daneben die Flex-Anschlusskabel für das ePaper-Display oben und ein weiteres Flex-Anschlusskabel darunter, das 6-polig ist. Vielleicht führt das die Leitungen zum BME-Sensor auf der anderen Seite - auf dieser Seite der Platine konnte ich den Sensor nämlich nicht finden - es müsste ein kleines Blechgehäuse mit einem kleinen Loch darin sein.
Oben links unter der LoRa-Antenne und links vom SX1262 dürfte es sich um den GPS-Chip handeln. Dafür spricht die Nähe des GPS-Antennenanschlusses. Ich wollte das Metallgefhlecht-Gewebe jetzt nicht abrupfen, um nachzusehen, aber ich bin mir ziemlich sicher.

Unter dem Akku Anschluss ist der USB-C-Anschluss und rechts daneben ist noch einmal ein klitzekleiner Konnektor, wie man in aus Smartphones kennt.
Der Aufdruck auf der Rückseite des T-Echo zeigt die Belegung: GND, P0.06, P0.08, P1.7, P1.6, P0.15, SCL, SDA, VDD, VDD. Ansonsten findet sich auch auf der Plastikbox noch ein Aufkleber, der über die Anschlussbelegung der Hardware genau Auskunft gibt.
Lilygo ist ja dafür bekannt, Maker und Bastler nicht allein zu lassen und die Tür für eigene Erweiterung weit offen stehen zu lassen. Das ist sehr zu begrüßen.
Allerdings ist die Dokumentation für Endbenutzer, die mit Mikrocontrollern nichts am Hut haben, ein wenig verwirrend, weil veraltet. Die Knöpfe funktionieren zum Beispiel nicht so, wie noch auf der Website von Lilygo beschrieben. Jetzt könnte man sagen, dass man damit rechnen muss bei einem so schnelllebigen Projekt wie Meshtastic, das ständig und fleißig erweitert wird. Ich finde es trotzdem ein wenig schade.
Die Meshtastic-Dokumentation über den T-Echo ist da aktueller. Wenn man das weiß, ist das nicht schlimm. Aber normalerweise schaut man natürlich zuerst auf der Produktseite des Herstellers. Ich schätze einmal, dass es so sein wird, dass die Meshtastic-Firmware vom Meshtastic-Team geupdated wird und die nicht jedes mal bei LilyGo Bescheid sagen, wenn sie etwas geändert haben.
Als Maker sollte man sich merken, dass man den Reset-Taster zweimal drücken muss, um in den Boot-Select-Modus zu gelangen, wo man dann eine neue oder eigene Firmware aufspielen kann.
Videos
Mein allererster Eindruck der LILYGO T-Echo, als ich ihn das erste mal sehe. Beim Auspacken beim Mailbag-Video #137:Hier habe ich mir den T-Echo genauer angeschaut und gezeigt, wie man ihn konfiguriert. Eine Anleitung zur Benutzung sozusagen:
Und in diesem Video schraube ich den T-Echo auf und schaue mir die Innereien an:
Weiterlesen...
Das Review des LilyGo T-Deck Plus Meshtastic ist nun auch abgeschlossen. Das ist sozusagen ein T-Echo, aber mit eigebauter Tastatur.Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links
- Was ist Meshtastic?
- Nordic Semiconductor nRF-Familien / Varianten im Vergleich zum ESP32
- Wikipedia: LoRa / LoRaWAN
- Wikipedia: Meshtastic
- meshtastic.org

- Meshtastic: Download App: Apple, Android

- Device Configuration: CLIENT, CLIENT_MUTE, CLIENT_HIDDEN, REPEATER, ROUTER etc.

- Meshtastic Firmware: Dokumentation LILYGO® TTGO T-Echo devices

- Github: LilyGo SoftRF Firmware

- GitHub: LilyGo T-Echo Firmware
