Review Elecrow ThinkNode M3 Card Meshtastic


Im Hosentaschen-Format "Kreditkarte" spielten bisher drei Kandidaten in meinen Tests mit: Der Seeed Studio T1000-E Tracker (mein Review), das RAKwireless Tag (mein Review) und seit Neuestem die LilyGo T-Echo Card (mein Review).

Nun tritt ein viertes Gerät in die Arena, das noch kleiner ist: Die ThinkNode M3 Tracker Card von Elecrow (Beschreibung im Elecrow-Shop).

Das ThinkNode M3 ist noch einmal ein Stückchen kleiner als die Konkurrenz und hat ungefähr die gleiche Breite wie die anderen Karten, dafür ist es aber kürzer und hat dadurch ein quadratisches Grundformat von 64 x 64 mm. Die Höhe liegt etwas unter der LilyGo Card und über der Seeed Card und dem RAK Tag. So ordnet sich auch das Gewicht des M3 mit 38.7 Gramm ein.

Es hat wie die anderen Karten (bis auf das Mini-Display der LilyGo T-Echo Card) kein Display und man muss deshalb das Smartphone zusammen mit dem Tracker immer dabei haben. Dafür besticht es durch geringe Größe und Gewicht.


Es ist einfach ideal für die Hosen oder Hemdtasche, wobei die Hemdtasche wohl wegen des Empfangs zu bevorzugen ist. Oder man trägt es mit einem Lanyard um den Hals, ein passendes Loch ist im Gerät vorhanden.

Vom Preis her ordnet sich das Gerät mit rund 40 US-Dollar in die Gruppe ein. Nur das eierlegende Wollmilchschaf, die T-Echo-Card von LilyGo mit Solar-Panel, Mikrofon und Lautsprecher ist mit ca. 60 USD teurer, bietet aber auch mehr.

Mit dem ThinkNode M3 wird ein kleines, hübsches Lanyard mit Karabiner und eine Wandhalterung (sogar mit Dübeln und Schrauben und doppelseitigem Klebepad) mitgeliefert. Das Gerät lässt sich in diese Halterung ein- und ausclippen, so dass es zu Hause einen festen Platz haben kann. Ein magnetisches Ladekabel wird natürlich auch mitgeliefert. Dieses ist kompatibel zum Seeed T1000 Tracker und dem RAK Tag. Das Spezial-Ladekabel muss man natürlich immer dabei haben, will man aufladen, allerdings hält der 770 mAh Akku normalerweise auch einen langen Arbeitstag durch.

Technische Daten Elecrow ThinkNode M3

Main ControllernRF52840
LoRa ChipLR1110 (EU868 / US915)
AntennaInternal Onboard Antenna (GNSS/LoRa/BLE)
GNSS ChipATGM336H-5NR32 GNSS Modul
GNSS Accuracy< 1.5 m (CEP50)
Transmit PowerUp to +20 dBm
Communication Range5–6 km (typical, environment dependent)
Data Rate1.76 – 62.5 Kbps
BluetoothBLE 5.0
IndicatorsRGB LED status indicator
SensorsTemperature/humidity sensor, buzzer
Battery770mAh lithium-ion rechargeable battery
Dimensions64 × 64 × 10 mm (tracker), 68 × 68 × 10.2 mm (base)
Operating Temperature-20°C...60°C
Power Input5V DC, 0.5A (special magnetic USB cable)
MaterialPC + ABS housing
IP RatingIP 66

Bedienung

Die Bedienung über nur einen Knopf ist ein bisschen tricky, da dieser mehrfach belegt ist und unterschiedlich reagiert, je nachdem, wie lange man diesen drückt. Ich habe das einmal nachfolgend zusammengefasst:


Die Bedienung der Meshtastic App habe ich an anderer Stelle erklärt, nämlich beim LilyGo T-Echo. Und im weiter unten verlinkten Video zeige ich noch einmal die Einrichtung und Bedienung des ThinkNode M3.

Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass als Telemetriedaten die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit sowie der GPS-Standort bei anderen Geräten im Mesh angezeigt werden, sollte man das in der App freigegeben haben. Der GPS-Fix erfolgt in annehmbarer Zeit und der Buzzer ist nicht überlaut, aber gut hörbar - auf einer lauten Messe in der Hosentasche könnte das Piepen aber untergehen. Bisher verfügt aber nur das große und schwere LilyGo T-Echo Plus über einen Vibrationsmotor. Den kann man aber auch in dieser Größenklasse nicht erwarten.

Handschmeichel- und Nerd-Faktor

Kommen wir auf etwas zu sprechen, was ich den "Handschmeichelfaktor" nennen will: den T1000 von Seeed nimmt man einfach gerne in die Hand und dreht ihn. Er ist einfach wunderbar überall abgerundet: die Ecken sind abgerundet, so auch die Kanten. Und auch die Schweißnähte sind sorgfältig entgratet. Der T1000e liegt einfach schön in der Hand.

Die Ecken des ThinkNode M3 hingegen sind nicht ganz so sehr abgerundet. Die mittleren Kanten sind mehr scharfkantig. Das liegt wohl an dem umlaufenden Stoßschutz in der Mitte, der einmal um das Gerät herum läuft. Das ist sicher dazu da, Stöße zu mindern und die Hauptplatine zu schützen, sollte das Gerät einmal herunterfallen. Das ist an sich eine gute Sache. Und in der Hosentasche wird das Gerät nicht weiter stören, weil es mit den abgerundeten Ecken auf der Haut (getrennt von etwas dünnem Stoff) aufliegt und der umlaufende Rand erst nach etwa 2 mm folgt. Trotzdem mag man es vielleicht nicht so gerne in der Hand drehen und damit spielen wie mit einem T1000e.

Und nerdig wie ein T1000E, eine T-Echo Card oder ein N39 sieht es auch nicht aus. Es macht nicht viel her in seinem Gehäuse mit einer Farbe zwischen hellgrau und beige. Dafür ist es klein, praktisch und quadratisch. Aber wer mag, kann sich ja etwas Buntes ausdrucken, ein paar Löcher an die entsprechenden Stellen machen und damit die Vorderseite bekleben.

Das Gehäuse des M3 ist robust, verbiegt sich nicht und knarzt nicht. Laut Hersteller ist das Gerät nach IP66 gegen Staub und starkes Strahlwasser geschützt.

Mein persönliches Fazit

Ich habe den Empfang und die Reichweite des M3 noch nicht getestet, aber wenn er diesbezüglich an den T1000E herankommt, dann könnte der M3 mein neues EDC (Every Day Carry) Gerät werden. Es ist halt einfach noch einmal ein Stückchen kleiner. Wobei der T1000E sich auch gut in der vorderen Hosentasche macht. Die Akkukapazitäten sind ähnlich und so wird es auch mit den Laufzeiten sein.

Ich sag mal so: Der M3 ist kleiner und hosentaschentauglicher. Praktisch, aber auch irgendwie langweilig - oder anders ausgedrückt: eher funktional als verspielt. Wer etwas mit Nerd-Faktor und zum Vorzeigen sucht, ist vielleicht mit einem T1000 oder einer T-Echo Card besser bedient. Pragmatiker greifen zum M3. Und extrovertierte Kreative designen sich vielleicht selbst einen bunten Aufkleber, pappen den auf die Vorderseite des M3 und lassen das Ding um den Hals baumeln. Das wäre dann individuell und auffällig.

Alle Karten-Geräte können in etwa das Gleiche: Sie passen in die Hosen- oder Hemdtasche und beherrschen die Grundfunktionen und GPS für Meshtastic. Ein Smartphone sollte aber immer als Begleiter dabei sein und von dem Akku darf man keine Wunder erwarten. Dass kleine Geräte mit internen Antennen und einem LoRa-Chip SX1262 oder LR1110 nicht schlechter sein müssen als größere Geräte mit externer Antenne beweist der T1000E in meinem Reichweitentest.

Videos

Erste Vorstellung in Mailbag #174: Elektronik von Unbekannt aus China, Elecrow M3 Meshtastic Card Tracker inside (ab 22.08.2026, Kanal abonnieren und Glocke drücken für Erinnerung von YouTube):



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Die große LoRa-Meshtastic Gerätevergleichstabelle stellt alle Kerndaten der unterschiedlichen Geräte übersichtlich gegenüber. Dort findet jeder das richtige Meshtastic Gerät für sich.



Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links