Review Elecrow ThinkNode M1 LoRa Meshtastic Transceiver

Das Elecrow ThinkNode M1 LoRa Meshtastic ist ein Fertiggerät zum sofortigen Einsatz im Meshtastic-Netzwerk.
Es ist vom Formfaktor vergleichbar mit dem LilyGo T-Echo, über das ich ebenfalls einen Review-Artikel verfasst habe.
Was Meshtastic ist, darüber habe ich einen eigenen Artikel geschrieben. Nur ganz kurz und viel zu vereinfacht in einem Satz zusammengefasst: Meshtastic ist wie WhatsApp, nur ohne Internet oder Mobilfunk.
Das ThinkNode M1 darf sich zu Recht ein Komplettgerät nennen: Es hat einen eingebauten Akku, GPS, ein ePaper-Display, eine externe Antenne und ist nur 120 x 26.4 x 52.4 mm. Man muss nichts mehr löten oder schrauben (außer die Antenne drauf) und kann sofort loslegen.
Das Set mit Antenne und USB-Ladekabel kommt in einer stabilen Plastikbox, die mit Schaumstoff ausgepolstert ist. Da kann beim Versand nicht viel schiefgehen. Pluspunkt von mir für dieses kleine, feine Detail. Das gab es auch bei LilyGo. Ich finde es erfreulich, dass immer mehr Hersteller inzwischen stabile Transportboxen mitliefern.
Im Inneren des ThinkNode M1 werkelt (wie auch bei T-Echo) als Hauptprozessor ein nRF52840 von Nordic Semiconductor. Die nRF-Mikrocontroller sind für ihre Stromsparsamkeit bekannt. Und das zieht bei diesem Gerät durch, denn auch das ePaper Display verbraucht nur Energie, wenn es aktualisiert wird. Die Anzeige selbst verbraucht keinen Strom. Ein Bild bleibt sozusagen wie ein Zeitungsausschnitt für immer vorhanden.
Auch der für LoRa zuständige Chip, ein Semtech SX1262, ist ebenfalls auf Stromsparen getrimmt. Er verbraucht noch weniger Strom als sein Vorgänger SX1276. Trotz verringerter Leistung ist der Empfang beim SX1262 ein wenig besser als beim SX1276.
Der im kompakten Gehäuse verbaute Akku bringt es mit seinen 1200 mAh dank der Stromsparkomponenten auf rund 1 ½ bis 2 Tage bei eingeschaltetem GPS. Auch das ist vergleichbar mit dem T-Echo.
Außer dem ThinkNode M1, um den es hier geht, gibt es von Elecrow auch noch das Modell M5. Der hat dann einen ESP32-S3 verbaut, der ein wenig mehr Rechenpower hat und dafür vielleicht nicht so energieschonend. Die erhöhte Rechenpower braucht man meiner Meinung nach für die Anwendung als Meshtastic-Node aber nicht. Ansonsten bietet er die gleichen Features wie das M1. Der M5 ist vielleicht etwas, die selbst an der Firmware herumprogrammieren wollen und sich auf dem ESP32-Mikrocontroller heimischer fühlen.
Und dann gibt es noch den ThinkNode M2. Der hat aber noch ein 1.3" OLED, dass ein wenig mehr Strom verbrauchen wird als die Modelle mit ePaper-Display. Hier werkelt auch ein ESP32-S3 als Prozessor. Da das GPS fehlt und der Preis ähnlich ist, ist das wohl eher etwas für Leute, die ein besonders kompaktes Gerät möchten.
Die Stummelantenne des M1 ist nochmal einen Zentimeter als beim T-Echo und hat nur noch 5 cm. Die Antenne scheint besonders hochwertig zu sein, denn sie ist wohl aus Aluminium gedreht statt einen Plastik-Body zu benutzen. Außerdem werden Dichtungsringe für innen und unten mitgeliefert. Nichtsdestotrotz lag bei meinen Tests das T-Echo von der Empfangsempfindlichkeit vorne. Es hatte einen etwas besseren RSSI von einer 2 km entfernten Position mit einem Crowpanel mit Mini-Antenne. Dadurch konnte das T-Echo das Signal noch empfangen, das M1 aber nicht. Warum das genau so ist, kann ich mir bisweilen nicht erklären. Beim M1 ist die Antenne direkt aufgelötet, beim T-Echo mit einem Pigtail verbunden. Auch macht die Antenne vom M1 einen wertigeren Eindruck. Trotzdem ist das T-Echo im LoRa-Empfang besser. Bei beiden ist der SX1262 verbaut. Vielleicht ist Aluminium doch nicht das richtige Material für einen Antennenbody? Ich habe ein paar längere Rubberduck-Antennen bei AliExpress bestellt. Wenn die da sind, kann ich mal einen Vergleichstest mit gleichwertigen Antennen machen. Ich werde berichten. Die Antenne vom M1 ist übrigens SMA female, hat also eine Buchse keinen Stecker innen in der Antenne. Während das T-Echo SMA male ist: der Pin ist in der ausschraubbaren Antenne selbst.
Wie dem auch sei: Mit der kleinen, nur 5 cm langen Stummelantenne passt das M1 in jede Jacken-Brusttasche. Ansonsten gibt es auf der Rückseite auch noch 2 Schraublöcher (M2), um daran zum Beispiel eine Clip-Vorrichtung für den Rucksack zu befestigen, die man eventuell selbst designt und mit dem eigenen 3D-Drucker ausgedruckt hat.

Insgesamt macht das Gerät einen sehr durchdachten und professionellen Eindruck. Es erinnert mich vom Design her mit seinem Drehknopf an der Oberseite an ein kleines Hand-Funksprechgerät. Nur, dass der Drehknopf nicht die Lautstärke einstellt, sondern das Gerät einschaltet und danach die Hintergrundbeleuchtung des ePaper-Displays stufenlos einstellt.
Das nenne ich mal ein Gimmick! Und ich freue mich sehr darüber, denn beim T-Echo hatte ich eine Helligkeitseinstellung schmerzlich vermisst. Da gibt es nur maximale Helligkeit bei Druck auf die Sensortaste. Hier beim M1 aber kann ich die Helligkeit stufenlos mit einem extra Bedienelement einstellen. Was für ein Komfort. Da ich die Hintergrundbeleuchtung des M1 auch separat mit Doppelklick auf die Funktionstaste ausschalten kann, kann die Helligkeitseinstellung sogar erhalten bleiben. Selbst Ausschalten muss ich das Gerät nicht. Ein langes Halten der Funktionstaste schaltet das Gerät auch aus.
Was ich beim T-Echo ja auch vermisst hatte, war ein eingebauter Buzzer, der akustisch auf eingehende Nachrichten aufmerksam macht. Natürlich kann man via Bluetooth-Verbindung das Smartphone piepen lassen, auf dem die Meshtastic App läuft, aber wenn das Endgerät selbst klingelt, ist das natürlich viel schöner. Und auch dieses Feature muss ich beim M1 nicht vermissen. Es ist ein Buzzer eingebaut. Ein kleiner, etwas leiser zwar, aber das ist in einigermaßen ruhiger Umgebung ausreichend. Man kann ja auch in der App einstellen, wie lange das Endgerät nerven soll. Stellt man da eine Minute oder länger ein, sollte man Piepen schon mitkriegen. Man kann dann mit kurzem Druck auf die Funktionstaste das Bimmeln abwürgen. Dann ist das M1 gleich wieder still.

Der M1 hat auch die Sache mit dem Reset-Taster besser gelöst als das T-Echo. Denn der versteckt sich in einem kleinen Loch auf der Unterseite neben dem USB-C-Port und man wird den nicht aus Versehen auslösen. Dafür braucht man eine aufgebogene Büroklammer oder ähnliches. Bei mir ist der M1 aber die ganze Zeit nicht einmal abgestürzt. Ein Reset ist wohl eher äußerst selten nötig.
Apropos USB-C-Port auf der Unterseite: Das ist natürlich suboptimal, wenn man das M1 hinstellen will und gleichzeitig aufladen. Das geht nicht und man braucht eine Aufstellvorrichtung, die unterhalb des Gerätes Platz lässt, wie ein Smartphone-Halter oder muss es hinlegen, wobei hinlegen natürlich schlecht für den Empfang ist. Das ist beim T-Echo besser gelöst, denn da ist der USB-C-Port zur Seite herausgeführt.
Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich drei weitere Bedienelemente. Das oberste ist ein Schiebe-Schalter, um GPS ein- und auszuschalten. Das ist für mich persönlich nicht so wichtig und fast wäre ich versucht zu sagen, dass hier ein Gesamt-Ein-/Ausschaltknopf besser wäre. Doch dann fällt mir ein: einmal kurz am Drehknopf drehen und schon ist das Gerät aus. Oder einmal Langdrücken des Funktionsknopf, dann ist das Gerät auch aus bzw. im Standby / Deep Sleep.
Darunter findet sich der Funktionsbutton, der mit dem Kreis. Je nachdem, wie ich den drücke, wird eine andere Funktion aktiviert:
- 1x kurz sendet einen Ping. Finde ich persönlich nicht so wichtig.
- 2x kurz schaltet die Hintergrundbeleuchtung ein. Kann man gut gebrauchen, wenn man sich seine Lieblingshintergrundbeleuchtungseinstellung nicht vermasseln will. Die Helligkeit kann man aber auch spielend einfach mit dem Drehknopf einstellen. Muss man sich also nicht merken. Obwohl, da wäre eine Kleinigkeit. Die Hintergrundbeleuchtung ist nicht komplett aus in Minimalposition Drehknopf. Das sieht man aber nur im absolut finstern. Und es dürfte auch nicht viel Akku saugen. Trotzdem: wer Energie sparen will oder muss, der schaltet hiermit die Hintergrundbeleuchtung des ePaper-Displays komplett aus.
- 3x kurz startet den SOS Modus. Piept nervig mit langen akustischen Morsesignalen und spamt den Kanal mit Ping-Nachrichten. Nicht wirklich sinnvoll, finde ich. Obwohl, vielleicht als Gag: aktivieren, auf den Boden legen und sich dann rasch entfernen. Wie die anderen wohl reagieren werden? ;)
- 1x lang (drücken und halten): Das Gerät geht in den Standby und kann daraus per Knopfdruck wieder aufgeweckt werden. Das geht zwar auch mit dem Drehknopf, aber so verstellt man sich nicht die Lieblingshintergrundbeleuchtungseinstellung ;)

Aus der Rückseite ist außer dem Typenschild und zwei M2-Schraublöcher im Abstand von 36.8 mm (komisches Maß) nichts weiter. An die M2-Löcher kann man sich einen Clip anschrauben, oder dergleichen. Sowas hat der T-Echo (2x M3) und das T-Deck (1x 1/4" Stativgewinde) ja auch und ich finde das ein einfacher, aber wichtiges Feature. Schön, dass daran gedacht wurde.
Das Gehäuse wird von vier tief versenkten Kreuzschlitz-Schrauben zusammen gehalten. Die Zugangslöcher zu den Schrauben sind allerdings eng, nur etwa 4 mm. Da muss man erst einmal den richtigen Schraubenzieher finden, der da hinein passt. Aber das könnt ihr euch sparen, ich habe für euch schon ins Gerät reingeschaut (siehe weiter unten).
Der ThinkNode M1 als Standalone-Gerät
Ich habe den ThinkNode mit der Meshtastic Firmware 2.6.5 erhalten und ein Gerät mit der aktuellsten Version 2.6.11 geflasht, was über den Meshtastic Web-Flasher wirklich kein Hexenwerk war und schnell erledigt. Die folgenden Beobachtungen beziehen sich auf die Firmware 2.6.11.Nachdem das ThinkNode so mit gutem Bedienungskomfort (vergleichen mit dem T-Echo) durch die Hardware-Bedienungselemente besticht, so ist das Bedienung in Sachen Software gegenüber dem T-Echo doch wesentlich spartanischer. Ich habe irgendwie das Gefühl, hier wurde ein großer Update der Firmware ausgelassen.
Während das T-Echo für jeden verfügbaren Kanal einen Chatverlauf mit den neuesten Nachrichten anzeigt, wie sie gerade noch aufs Display passen (scrollen ist hier auch nicht nötig), muss man sich beim M1 mit nur der allerneuesten Nachricht zufriedengeben. Und wenn man diese gerade liest und es geht eine neue Nachricht ein, muss man noch einmal komplett neu durchblättern, bis man wieder auf der Nachrichtenseite ist, um die neu eingegangene Nachricht lesen zu können. Das ist beim T-Echo wesentlich komfortabler.
Die Bedienung ist bei T-Echo und M1 ähnlich: man sieht unten kleine Punkte, die anzeigen, auf welcher Seite man ist und drückt dann kurz den Blätter-Knopf, um auf die nächste Seite zu kommen.
Auch gefällt mir die Node-Anzeige beim T-Echo besser: hier stehen alle (aber auch nur, bis die Seite voll ist) Nodes übersichtlich untereinander; allerdings nur mit den wichtigsten Infos wie Kurz- und Langname, Entfernung und Hops.
Beim M1 gibt es für jede gesehene Node einen eigenen Screen, der dann aber auch mehr Infos gibt: Langname, letzter Kontakt, Signalstärke und wenn der M1 als auch die entfernte Node GPS-Empfang haben, die Entfernung und ein Kreis mit einem Pfeil, der die Richtung anzeigt, in der die Node liegt. Wobei beim Kreis oben immer Norden ist. Man muss das Gerät nach Norden halten, um zu sehen, wo die entfernte Node ist. Zusammen mit der Entfernung und ein bisschen Ortskenntnis weiß man dann, in welchem Dorf bzw. Ortsteil die entfernte Node ist.
Allerdings muss man sich auch durch alle Nodes durchklicken, um wieder zum Screen mit der letzten Message zu kommen. Darum gibt es auch nicht dutzende Node-Screens, sondern nur ein paar, sonst wäre das ja eine ewige Klick-Orgie.
Bei T-Echo gibt es statt der Positionskreise einen Karten-Screen, den ich aber wenig brauchbar finde. Hier wird mit kleinen Symbolen wie x und ! versucht, eine Karte der Positionen der Nodes in der Umgebung zu zeichnen. Hier hat man schnell viele Kreuze bzw. Namen übereinander. Die Karte hat aber schon einen gewissen Nutzwert, denn sie gibt schon einen groben Überblick über die Himmelsrichtung, in der sich die meisten Nodes befinden. In Sachen Positionsbestimmung anderes Nodes punktet bei mir die Positionskreis-Darstellung des M1.
Was einem lieber oder wichtiger ist, muss natürlich jeder für sich selbst wissen. Und mit der nächsten Firmware-Version kann schon wieder alles anders und besser sein. Und für Leute, die ihr Meshtastic-Endgerät hauptsächlich über Bluetooth auf dem Smartphone bedienen, dürfte das alles nicht so ins Gewicht fallen.
Elecrow bekommt es übrigens genauso gut wie LilyGo hin, das ePaper-Display (beide ziemlich baugleich) schnell zu aktualisieren, so dass das Durchgeblätter nicht allzusehr nervt.
Dank Schrauben an der Rückseite kann ich mir einen Halter basteln, um das M1 zum Beispiel am Rucksack-Gurt zu befestigen. Oder ich verwende die zwei kleinen Löcher oben rechts an der Vorderseite, um ein dünnes Paracord durchzuziehen und hänge mit das M1 um den Hals. Wenn dann eine Nachricht eingeht, fängt es das Piepsen an. Was ich zum Anlass nehme, aufs Display zu schauen. Dort sehe ich dann die eingegangene Nachricht. Und wenn ich antworten will, hole ich noch das Smartphone heraus.
Denn Verschicken von Nachrichten geht ohne App nicht. Es gibt auch keine vorgefertigten Nachrichten, die man über das Menü versenden könnte. Außer vielleicht die Möglichkeit einen Meshtastic-Ping zu senden. Was aber irgendwie viel zu allgemein ist, um damit etwas ausdrücken zu wollen.

Nachtrag 2025-09-26: Das eben Gesagte gilt nur bis zur Meshtastic-Firmware 2.6.
Mit der Version 2.7, auch BaseUI genannt, wird die Firmware kräftig aufgebohrt und erhält zahlreiche neue Funktionen. Unter anderem eine, um in der App vorgefertigte Nachrichten ohne Smartphone abzusenden.
Aber auch die einzelnen Screens, einer pro Node, mit dem Kreis, fallen weg und es gibt nun übersichtlichere Ansichten, ähnlich wie beim LilyGo T-Echo. Im Bild rechts als Beispiel eine Liste der Nodes in der Nähe.
Es gibt aber noch viel mehr Funktionen. Ein Blick in das Video unten, in dem ich diese vorstelle, lohnt sich also.
Bedienung über die Meshtastic-App
Sein volles Potenzial entfaltet der ThinkNode M1 zusammen mit einem Smartphone und der Meshtastic-App. Diese findet man für Apple und Android auf der Meshtastic-Download-Seite.Dann muss der ThinkNode M1 per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Das sollte eigentlich auch die App können, doch hier hakelt es ein wenig. Aber schließlich habe ich das Smartphone und den ThinkNode M1 über das normale Android-Bluetooth-Pairing verbinden können.
Da die Bedienung der Meshtastic-App exakt die gleiche ist wie mit dem T-Echo, bei der ich das schon einmal erklärt habe, spare ich mir hier eine Wiederholung. Klickt einfach auf vorstehenden Link und lest den Meshtastic-App dort.
Vergleich Thinknode-M1 und T-Echo
Thinknode-M1 und T-Echo sind beide robuste, professionelle Geräte in derselben Preisklasse, wenn man sie direkt vom Hersteller-Shop aus China bestellt. Das dauert mittlerweile auch nicht mehr ewig. Euch muss aber klar sein, dass ihr dann Importeure seid und es dann kein großes Verbraucherschutzrecht wie in Deutschland gibt. Es gibt zum Beispiel kein Umtauschrecht wegen Nichtgefallen. Darum lest euch meine Reviews gut durch, damit ihr euch für das richtige Gerät entscheidet, welches am besten zu euch passt. Oder bestellt in Deutschland, z. B. über amazon, dann wird es teurer, aber ihr habt ein 14-tägiges Rückgabe-Recht nach Fernabsatzgesetz.Was mir im Vergleich aufgefallen ist:
- Das M1 liegt von der Hardware-Bedienung weit vorne. Der Drehknopf und die vielen Tasten machen die Bedienung zu einem Vergnügen. Beim T-Echo fehlen ein Buzzer und die Hintergrundbeleuchtung kennt nur die Stufe maximal.
- Das T-Echo hat die nach meinem Geschmack bessere Software, die ich als übersichtlicher empfinde. Das ist natürlich bei App-Benutzung weniger relevant
Aufgeschraubt und Reingeschaut

Mit dem richtigen, schlanken Schraubenzieher ist das Gehäuse des M1 relativ einfach zu öffnen. Danach folgen noch ein paar leichtgängige Clips und man kann das Mainboard von seinem Drumherum trennen.
Innen gibt sich das M1 mit hoher Verarbeitungsqualität und durchdachtem Aufbau. Die Platine ist super sauber, die Lötstellen sind optimal und auch die Kabellängen sind ideal. Die LoRa-Antennenbuchse ist ohne Pigtail direkt auf der Platine verlötet. Was eigentlich für einen besseren Empfang sorgen sollte (es aber irgendwie nicht tut, vielleicht liegt es an der Antenne).
Anderseits ist eine fest verlötete Antennenbuchse auch ein Nachteil. Ich z. B. hatte darüber nachgedacht, die female SMA-Antenne des M1 durch eine male-SMA-Antenne auszutauschen, um überall male SMA-Antennen draufschrauben zu können. Da wurde mir jetzt allerdings ein Strich durch die Rechnung gemacht. Da die Buchse verlötet ist, ist die Antenne auf SMA female festgenagelt. Aber auch solche Antenne gibt es zu kaufen, auch wenn sie ein wenig schwieriger zu finden sind.
Die Maße des Gehäuses sind exakt berechnet und das Gehäuse liegt mit etwas Druck auf dem ePaper-Display auf. Auf der Gegenseite drückt ein Schwämmchen leicht dagegen. So ist das Gehäuse ein wenig wassergeschützt. Ein bisschen Tröpfeln von oben sollte also nicht gleich zu Wasserschäden führen. Die Gummi-O-Ring-Dichtung bei der Antenne spricht ja auch dafür. Aber natürlich ist das Gehäuse nicht wasserdicht und es tut ihm sicher nicht gut, wenn es in eine Pfütze fällt.

Auf der anderen Seite der Platine ist der Akku auf einem Gummi-Pad aufgeklebt. Er ist mit einem Standard-Stecker verbunden, was einen Austausch mit einem Akku gleicher Größe und Dicke einfach macht, falls der eingebaute mal das Zeitliche segnen sollte. Die kleine Batterie über dem Akku-Anschluss lässt vermuten, dass die GPS-Daten zwischengespeichert werden, damit die Satelliten nach einem Wiedereinschalten schneller wiedergefunden werden.
Die GPS-Antenne hängt an einem Pigtail, das gerade lang genug ist. Allerdings finde ich die Ausrichtung der Keramik-Antenne nicht optimal. Um 90° um die X-Achse gedreht gefiele mir besser, dann wäre der Empfang sicher noch ein bisschen besser. Die rechteckige Kante im T-Echo ist vielleicht designtechnisch nicht so schön, aber LilyGo scheint mir das empfangstechnisch besser gelöst zu haben. Aber natürlich funktioniert die GPS-Antenne auch so ausreichend gut.
Das ePaper-Display wollte ich jetzt nicht ablösen. Zum einen ist das empfindlich gegen Biegen und zum anderen war das optimal im Gehäuse positioniert. Aber ich schätze, darunter wird sich der SX1262-LoRa-Chip verstecken. Oder aber unter dem Klebepad auf der Vorderseite. Aber auch da war mir nicht danach, das zu entfernen. Danach wäre es bestimmt verzogen und nicht mehr zu gebrauchen. Und die Dicke ist wichtig wegen dem richtigen Anpressdruck Gehäuse / Display.
Insgesamt gibt es im M1 nicht viel zu basteln. Alles ist optimal platziert und es gibt keine Erweiterungsmöglichkeiten. Bis auf eine vielleicht. Der nRF52840 kann ja von Haus aus NFC und braucht dazu nur noch eine Spule. Die ist beim T-Echo auch schon auf der Unterseite verbaut, wird aber nicht durch die Firmware unterstützt. Und auch hier im M1 finden sich zwei Löt-Pads zum anlöten einer NFC-Spule. Die könnte man dann aus der Gehäuserückseite anbringen. Der T-Echo hat aber mehr Bastel-Potential, falls einem das wichtig ist. Ich persönlich finde, das ist bei einem Meshtastic-Fertiggerät jetzt nicht so wichtig, denn das will ich eigentlich nur für Meshtastic benutzen.
Videos
Mein allererster Eindruck des Elecrow ThinkNode M1, als ich ihn das erste mal sehe. Beim Auspacken beim Mailbag-Video #138:Hier habe ich mir den ThinkNode M1 angeschaut und mit dem LilyGo T-Echo verglichen:
Und in diesem Video schraube ich den M1 auf und schaue mir die Innereien an:
Update 2025-09-26: Das folgende Video zeigt die Meshtastic Firmware 2.7.10 (derzeit noch alpha) auf dem ThinkNode M1 im direkten Vergleich zur V 2.6.11. Es sind soviele Funktionen dazu gekommen, die den Stand-alone-Betrieb wertvoller machen.
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Als nächstes habe ich mir das Elecrow CrowPanel Advance 3.5" HMI als Meshtastic Gerät näher angeschaut.Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links
- Was ist Meshtastic?
- Nordic Semiconductor nRF-Familien / Varianten im Vergleich zum ESP32
- Wikipedia: LoRa / LoRaWAN
- Wikipedia: Meshtastic
- meshtastic.org

- Meshtastic: Download App: Apple, Android

- Device Configuration: CLIENT, CLIENT_MUTE, CLIENT_HIDDEN, REPEATER, ROUTER etc.

- Meshtastic Firmware: Dokumentation ThinkNode Series

- ThinkNode-M1 im Elecrow Shop

- ThinkNode-M2 im Elecrow Shop

- ThinkNode-M5 im Elecrow Shop

- Review LilyGo T-Echo Meshtastic Gerät mit BME280 Sensor
- Review LilyGo T-Deck Plus LoRa Meshtastic Node