Installation des 8-Channel-LoRaWAN-Gateway M2 Starter Kit von Seeed Studio
Wir steigen direkt ins Thema ein. Wer sich jetzt nicht abgeholt fühlt, möge bitte zuerst mein Hardware-Review zum 8-Channel-LoRaWAN-Gateway M2 von Seeed Studio lesen. Dort ist auch kurz angeschnitten, was LoRa und LoRaWAN sind.Um Daten von meinen LoRaWAN-Sensoren zu bekommen, muss ich im ersten Schritt mein Seeed SenseCAP M2 LoRaWAN-Gateway on Air bringen. Sonst kann ja niemand die Daten weiterleiten.
Das soll laut dem Hersteller in vier einfachen Schritten gehen:

Schritt 1: Gateway mit dem Internet verbinden
Okay, dann versuchen wir das: Antenne und Netzteil liegen ja bei. Also: Antenne anschrauben, Netzteil verbinden: LED oben auf dem Gerät pulsiert in grün. Ein wenig warten und die LED leuchtet in stetigen blau.Ich will mein SenseCAP M2 über WLAN verbinden, damit ich kein langen LAN-Kabel vom Switch zum Gateway ziehen muss. Damit mein M2 einen Access Point aufmacht, über den ich mich mit ihm verbinden kann, muss ich 5 Sekunden lang den kleinen Nippel-Button auf der Rückseite drücken.
Die LED oben pulsiert dann in blau und erscheint ein Access Point namens SenseCAP_abcdef. Also verbinde ich mich über mein Smartphone mit diesem Access-Point. Und lande in einer Passwortabfrage, in der ich "12345678" eingebe. Das ist das Default-Passwort für den AP.
Die Verbindung zum Access-Point steht nun. Natürlich hat das Gateway keine Verbindung zum Internet und ich bestätige auf dem Handy, dass das okay ist. Dann kann ich die Adresse 192.168.168.1 im Browser auf meinem Smartphone eingeben, um mich das erste Mal mit meinem M2-Gateway zu verbinden:

Dort gebe ich unter Password das Passwort unter admin ein, das sich auf der Unterseite des Gateways befindet. Jetzt öffnet sich die Gateway-Management-Konsole:

Hier könnte ich im Prinzip alle weiteren Einstellungen über das Smartphone vornehmen. Ich finde es aber komfortabler und übersichtlicher, das über meinen großen Monitor am PC zu machen. Also muss eine Verbindung zwischen dem Gateway und meinem "normalen" WLAN-Netzwerk her. Dazu muss ich dem Gateway die SSID und das Passwort meines WLAN-Routers mitteilen.
Das geht über das Menü Network > Wireless. Dann auf Scan klicken und das eigene WLAN-Netzwerk (muss 2.4 GHz sein, nicht 5 GHz) auswählen ("Join Network" anklicken).

Das M2 nennt mein WLAN dann intern "wwan" und möchte gerne meine WPA-Passphrase. Also gebe ich hier mein WLAN-Passwort ein:

Zum Schluss noch einmal auf das blaue "Save and Apply" klicken, was das Gateway neu startet.

Danach verbindet sich das M2 Gateway mit meinem WLAN statt einen eigenen Access Point aufzumachen. Die entsprechend vergebene DHCP-IP kann ich dann über mein Router-Interface finden:

Nun verbinde ich mich auch wieder mit meinem normalen WLAN bzw. macht das das Smartphone selbsttätig. Nun kann ich über den Browser auf meinem PC über die IP auf mein LoRaWAN-Gateway zugreifen und den Rest komfortabel darüber konfigurieren.
Die SenseCAP GateWay Management Oberfläche
Mein Elecrow ESP32 Basic LoRaWAN-Gateway war ja sehr günstig und einfach gestrickt. Man konnte nur die wichtigsten Konfigurationsdaten über das Access Point Interface angeben und es wurde zwingend das The Things Network benutzt. Zum Beispiel gab es auch keine Anzeige über die empfangenen und gesendeten Pakete außer einem einfachen Counter. Wollte man mehr wissen, musste man im WLAN per WireShark sniffen oder die serielle Debug-Console bemühen.Da fühlt man sich bei dem SenseCAP M2 wie im Paradies: Wie auf einem Internet-Router gibt es hier zahlreichen Infos und Einstellmöglichkeiten. Status > Overview zeigt eine Statistik der gesendeten und empfangenen LoRa-Pakete der letzten 24 Stunden. Außerdem die Eckdaten des Gateways wie Firmware-Version und Seriennummer sowie Speicherverbrauch.
Status > Realtime Graphs zeigt drei-sekündlich aktualisierte Graphen wie die CPU-Last unter Load, die Übertragungsrate in Kbit/s unter Traffic für LAN, WLAN und natürlich LoRa (radio0.network1) und die Qualität der WLAN-Verbindung unter Wireless. Damit hat man im Blick, wie sehr das Gateway ausgelastet ist.
Status > Channel Analysis gibt Auskunft über die in der Nachbarschaft bereits verwendeten WLAN-Kanäle und das eigene - das möglichst auf einem wenig gebrauchten Kanal liegen sollte, um die maximale Übertragungsrate zu erreichen. Für LoRa jetzt nicht so wichtig, aber allgemein für WLAN nützlich. Da gibt es zwar auch Smartphone-Apps für, aber es schadet ja nicht, dass auch in der Gateway-Software zu haben.
Unter System > System kann man die Zeitzone und die Zeit-Server konfigurieren. Und unter System > Breathing Light die LED ausschalten, sollten einen diese stören.
Unter System > Backup / Flash Firmware kann man ein Backup seiner Konfiguration lokal speichern, die Firmware-Version ablesen und die Firmware über das Internet oder ein lokales File updaten.
Die anderen System - Optionen dienen dem Neustart (Reboot), dem Herunterfahren (Shutdown) und dem Ändern des Admin-Passwortes (Administration).
Network > Interfaces zeigt die gesetzten Übertragungs-Daten und IP-Nr. für LAN, WAN und WWAN (WLAN) an. Unter Network > Wireless kann man das WLAN wechseln, falls das mal nötig werden sollte. Multi WAN informiert über die MultiWAN Schnittstellen und Network > Diagnostics stellt ein paar kleine Tools zur Verfügung: Ping, Traceroute und NS-Lookup und sogar einen Network Speed Test, der allerdings nicht die volle Bandbreite anzuzeigen scheint.
LoRa > LoRaNetwork ist von der Funktion her sehr wichtig. Hier kann man einstellen, an welchen Service das Gateway empfangene LoRa-Pakete weiterleiten soll:
- SenseCAP: Die SenseCAP-Cloud ist der Dienst von Seeed / SenseCAP selbst. Dieser ist natürlich am ehesten auf die SenseCAP Hardware abgestimmt und wohl auch am einfachsten zu bedienen - aber das muss ich noch austesten.
- Packet Forwarder: Hier findet sich das bereits besprochene The Things Network wieder. Hier lässt sich allerhand einstellen: Die Gateway EUI, der TTN-Server (für uns eu1/europe), den verwendeten UDP-Port (normalerweise 1700), wie oft ein Keep Alive-Ping ans TTN geschickt werden soll, welchen Spread-Faktor (SF) man benutzt, GPS-Koordinaten des Gateways, wenn man die angeben möchte, Forward Rules und Paketfilter.
- Basic Station: eine einfache Konfiguration für LNS und CUPS Server. Paketfilter inklusive.
- Local Network Server: Hier kann ein MQTT Broker konfiguriert werden, auch ChirpStack genannt.
LoRa > Channel Plan konfiguriert die Frequenz. Das ist für uns in Europa 868 MHz. Das liegt im Bereich des Eintrags EU863-870 / Europe 863-870 MHz.
LoRa > LoRa Log zeigt ein Debug-Log mit Allem, was im Gateway vor sich geht und ist sehr wichtig, möchte man einem Fehler oder eine Fehlkonfiguration auf den Grund gehen.
Unter VPN > OpenVPN kann man ein VPN eintragen, das man eventuell benutzen möchte.
Bei mir war alles soweit für den Gebrauch mit dem SenseCAP Cloud-Netzwerk eingerichtet und auch die Frequenz war richtig eingestellt. Möchte man aber später zum Beispiel zum TTN wechseln, wird das LoRa Menü wichtig. Auch das Log dort kann einem gute Dienste bei einer eventuellen Fehlersuche leisten.
Nachdem wir jetzt das Gateway zum Laufen gebracht haben, brauchen wir natürlich irgendwas, was Daten über LoRa an dieses sendet. Zum Glück habe ich das Starter Kit bestellt, da ist alles für einen ersten Test dabei.
Schritt 2: LoRa-Sender aus dem Starterkit zusammenbauen
Wie gesagt habe ich gleich das Seeed LoRaWAN Starter Kit genommen, das nur 20 Euro mehr kostet als das Gateway allein und für den Preis einen hohen Mehrwert für diejenigen bietet, die ihr LoRaWAN-Gateway auch ausprobieren wollen, also Leute wie mich. Dann erhält man zusätzlich, was ein Schnäppchen ist verglichen mit der Summe der Einzelteile:- 1x XIAO ESP32-S3 Mikrocontroller für den Sender (zum ESP32-S3 siehe auch mein Artikel Die neuen espressif ESP32 Chip Varianten im Vergleich)
- 1x Grove-Connector zum Anschluss von 4-Pin-Grove-Geräten, hier wird der XIAO einfach draufgesteckt
- 1x LoRa Sender Wio E5 mit SX1262, Anschluss über Grove-Kabel
- 1x DHT-11 Sensor für Luftfeuchte und Temperatur, Anschluss über Grove-Kabel, Kabel wird mitgeliefert. Zum DHT11 generell siehe auch mein Artikel Auslesen des DHT11-Sensors und Anzeige von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf dem Multi Function Shield
- 1x Feuchtigkeitssensor für Pflanzenerde, Anschluss über Grove-Kabel, Kabel wird mitgeliefert.
XIAO ESP32-S3 Mikrocontroller

Der XIAO ESP32-S3 Mikrocontroller ist die Recheneinheit und damit das Herzstück des LoRaWAN-Nodes, also Senders.
Die XIAO-Plattform werde ich mal in einem separaten Artikel vorstellen. Darum hier nur kurz die Eckdaten umrissen: Es gibt die XIAO Plattform mit mehreren Mikrocontrollern: ESP32, nRF52840, Raspberry Pi Pico (RP2040 bzw. RP2350) und einige andere. Bisher kamen all diese Chips mit eigenen Platinen in unterschiedlichen Größen. Bei der XIAO-Plattform gibt es all diese Chips nun auf einem kleinen, immer gleich großen - oder besser gesagt kleinen - Platine und somit mit einem ähnlichen Pinout. Das macht es möglich, die XIAO-Peripherie mit unterschiedlichen Mikrocontrollern zu benutzen, man muss einfach die Mikrocontroller-Platine gegen eine andere austauschen. XIAO-Platinen sind sehr kompakt (deswegen wohl auch "Xiao", was auf chinesisch soviel wie "klein" heißt), haben dann aber auch nur 14 Löt-Anschlüsse für Pins. Bei manchen Boards gibt es weitere Pins auf der Rückseite.
Was mir beim XIAO ESP32-S3 besonders gefällt, ist, dass es einen externen Antennenanschluss für WiFi gibt - eine kleine Print-Antenne wird mitgeliefert, es kann aber bei Bedarf auch eine größere 2.4 GHz-Antenne über ein Pigtail angeschlossen werden. Dieses am besten vor dem Einstecken in die Grove-Base machen, dann geht es einfacher. Bitte sanft dabei vorgehen. Die Antennenbuchse ist sehr empfindlich. Der USB-C-Anschluss ist heutzutage ein Muss und der Formfaktor ist natürlich sehr schön kompakt. Auch der Batterie-Anschluss auf der Rückseite ist sehr praktisch.
Es gibt zwar nur 14 GPIO-Pins, die sollten aber für die allermeisten Projekte ausreichen. Die Größe sollte nicht täuschen, im Gehäuse sitzt ein ausgewachsener ESP32-S3 mit 512 KB SRAM, 8 MB Flash und 8 MB PSRAM.
Der XIAO ESP32-S3 kommt ohne Header, die liegen dem Grove Extension Board bei und müssen im ersten Schritt angelötet werden.
Ich nehme dazu immer ein kleines Mini-Breadboard und stecke den XIAO zum Header anlöten dort hinein, damit der Winkel auch schön rechtwinklig ist.
Mit angelöteten Headern kommt der XIAO ESP32-S3 dann in die Seeed Studio Grove Base for XIAO. Einfach einstecken mit dem USB-Port nach außen.
Grove-Base for XIAO

Die Grove Base, in der der XIAO ESP32-S3 gesteckt wird, splittet die Anschlüsse des XIAO auf einzelne Grove-Buchsen auf. Ich hatte Grove bereits in meinem Artikel Grove Shield zum schnellen Aufbau von Schaltungen als Arduino Shield vorgestellt. Die Kabel und Anschlüsse sind die gleichen geblieben.
Wer sich das Foto rechts durch Anklicken vergrößert, sieht allerdings, dass es an den Grove Buchsen nur 3.3 Volt als Spannungsversorgung gibt. Das heißt, alte Grove-Sensoren aus Arduino-Zeiten können an der neuen XIAO Grove-Base nur weiterverwendet werden, wenn diese auch mit 3.3 Volt und nicht nur mit 5 Volt funktionieren.
Ansonsten dient die Grove Base als Brücke zwischen den XIAO-Mikrocontrollern und allen Sensoren und Aktoren mit Grove-Anschluss. Der rechte Teil des Grove Base Board kann übrigens weggebrochen werden, falls es einem zu lang ist und man die rechten 4 Buchsen nicht braucht.
Mit dem kleinen Schalter, der an einer Seite mit On und der anderen mit Off beschriftet ist, kann man die Verbindung zur Batterie kappen (den Plus Pol), wenn man ihn in die Off-Position bringt. Bei USB-Betrieb hat er keine Funktion. Das Grove Base Board verfügt auch über einen Lade-Chip für die Akku-Zelle, kann diese also aufladen.
Man kann den XIAO ESP32-S3 zwar auch direkt aufladen, indem man die Bat-Pads auf der Unterseite verbindet, aber mit dem XIAO-Board nur mit 100 mA, mit der Grove-Base kann man dann bis 400 mA schnell laden, was dann viermal so schnell geht.
Mit der Grove-Base werden dann die restlichen drei mitgelieferten Komponenten mittels der Grove-Kabel, die auch dabei sind, verbunden. Dabei kann man nicht viel falsch machen, die Kabel sind verpolsicher. Allerdings muss man auf den richtigen Steckplatz achten, weil die Grove-Ports auf der Base unterschiedliche Pin-Belegungen haben.

Welche Grove-Komponente wo eingesteckt werden muss, zeigt Bild 2 (Setup Nodes). Mit dem USB-Board des XIAO nach links gehören diese wie folgt eingesteckt:
- oben links kommt kommt der DHT11 Temperatur und Luftfeuchte-Sensor mit dem kleinen, hellblauen Kästchen hinein
- rechts daneben findet der lange, flache, pfeilförmige Erdfeuchte-Sensor hinein
- und unten links findet das Grove-Wio-E5 LoRa-Modul mit der kleinen Schweinschwänzchen-Antenne seinen Platz
DHT11 Temperatur und Luftfeuchte-Sensor

Der DHT11-Sensor ist ein alter Bekannter. Alles, was es über ihn zu sagen gibt habe ich in meinem Artikel Auslesen des DHT11-Sensors und Anzeige von Temperatur und Luftfeuchtigkeit auf dem Multi Function Shield gesagt.
Noch einmal kurz zusammengefasst: der Grove - Temperature & Humidity Sensor (DHT11) misst die Temperatur und Feuchtigkeit der Luft, und das nicht unbedingt sehr genau, dafür aber zuverlässig. Näheres wie gesagt im verlinkten Artikel.
Erdfeuchte-Sensor

Der Grove - Capacitive Soil Moisture Sensor (Corrosion Resistant) misst die Feuchtigkeit im Erdreich. Er wird in den Blumentopf oder Pflanzenkübel bis zum Strich eingesteckt - natürlich mit der spitzen Seite zuerst. Beim Blumengießen bitte darauf achten, nicht über die Platine zu gießen. Dann dürfte der Sensor auch lange halten.
Andere Sensoren schicken einen kleinen Strom durch die Erde und messen den Widerstand, der desto kleiner ist, desto feuchter die Erde ist, da sie dann besser den Strom leitet. Allerdings führt das dazu, dass der Sensor mit der Zeit korrodiert, sprich "rostet". Der Seeed Sensor funktioniert irgendwie kapazitiv und nicht resistiv und soll deswegen viel länger halten.
Grove-Wio-E5 LoRa-Modul

Das Grove-Wio-E5 Wireless Module basiert auf einem STM32WLE5JC (ARM Cortex-M4) als Mikrocontroller zur Steuerung und einem Semtech SX126x embedded LoRa-Chip. Es wird über den seriellen Port angesprochen. Darüber werden wie früher bei den alten Modems AT-Befehle geschickt, die dann bestimmte Funktionen ausführen.
Es ist auf der Platine mit einer kleinen Wendel-Antenne ausgestattet, die wie ein gekringeltes Schweineschwänzchen aussieht. Die Sendeleistung wird damit nicht besonders gut sein, aber für den Test reicht es. Sollte das LoRaWAN-Gateway später weiter entfernt stehen und die Signale nicht mehr empfangen können, empfiehlt sich es sich, eine gescheite Antenne an der kleinen Buchse über ein Pigtail anzuschließen (grüner Rahmen) und die Wendeldraht-Antenne (roter Rahmen) auszulöten:

Test und Stromverbrauch
Im Grunde ist das aber alles ganz einfach zusammenzustecken. Nur für das Header anlöten an den XIAO ESP32-S3 ist ein klein wenig handwerkliches Geschick nötig.Auch die ganzen zusätzlichen technischen Informationen, die ich hier gegeben habe, muss man nicht wissen, die Anleitung von Seeed Studio reicht vollkommen, wenn man englisch kann.
Unser fertig aufgebauter Sender sollte dann in etwa so aussehen:

Ich habe gleich auch ein kleines USB-Meter angeschlossen, um zu sehen, wie hoch der Stromverbrauch so ist. Der hält sich mit 70 mA bzw. 0.4 Watt sehr in Grenzen. Ein kleines Solar-Panel sollte ausreichen, um es fortwährend mit genügend Strom versorgen zu können.
Smartphone App zur Anzeige
Sobald der Sender mit Strom versorgt wird, passiert beim Einschalten und dann alle 5 Minuten folgendes:- Der XIAO ESP 32 sammelt über die Grove-Kabel drei Werte ein: bei dem DHT11 Temperatur und Luftfeuchte, und beim Moisture Sensor die Feuchtigkeit der Pflanzenerde.
- Diese Daten verpackt er in einem LoRa-Paket und schickt das über das Grove-Kabel an den Wio-E5.
- Der Wio-E5 schickt das LoRa-Paket über den Äther an das M2 LoRaWAN Gateway.
- Das LoRaWAN Gateway empfängt die Daten und schickt sie - weil derzeit so konfiguriert - in die SenseCAP Cloud.
- Die SenseCAP Cloud speichert die Daten und wartet darauf, dass sie jemand abholt.
Schritt 3: App starten und Wio-E5-LoRa-Modul bekannt machen
Damit die SenseCAP Cloud weiß, an wen die Daten gehen sollen und dass derjenige auch berechtigt ist, gibt es auf der Rückseite des Wio-E5 einen QR-Code mit User-ID und Passwort.
Für diese Legitimation, und um die Daten überhaupt anzuzeigen, gibt es die Smartphone-App SenseCraft (Android). Bitte den Link benutzen oder nach dem Icon gucken, damit ihr auch die richtige App downloadet und installiert. Sie muss von Seeed herausgegeben sein.
Nachdem SenseCraft installiert und gestartet ist, legen wir einen Account an und klicken dann oben rechts auf das (+) Plus Zeichen und scannen dann den QR-Code auf der Rückseite unseres Wio-E5-Moduls. Und schon ist das Modul mit unserem SenseCraft-Account verbunden. Die App und die SenseCAP Cloud wissen jetzt, dass es dieses Wio-E5-Modul gibt und das wir berechtigt sind, seine Daten anzuzeigen.

Nun haben wir ein Icon für unser Starter-Kit in der App. Jetzt heißt es: Geduld haben und keine Zweifel aufkommen lassen. Die Firmware ist bereits auf dem XIAO ESP32-S3 installiert und der LoRa werkelt, auch wenn er nichts oder nur wenig anzeigt. Aber man kann sich über das Web-Interface des LoRaWAN-Gateways anzeigen lassen, ob Pakete ankommen. Wo vorher alles nur weiß war, sollte sich inzwischen etwas tun. Nach ein paar Stunden wird es dann so aussehen:

Wer neugierig ist, findet mehr technische Informationen im LoRa Log. Da wird jedes einzelne Paket geloggt.
Ansonsten sollte nach ein paar Minuten die ersten Datenpakete in der App abrufbar sein und nach einer Stunde oder so sollte es schon reichen, um einen Verlauf anzuzeigen. Dazu einfach auf das Icon klicken, dass jetzt "online" zeigen sollte.
Schritt 4: Daten in der App anzeigen

Hier findet wir die aktuellsten Daten unserer drei Messwerte unter Air Temperatur, Air Humidity und Soil Moisture Intensity. Die Temperatur wird in Grad Celsius angezeigt. Genauigkeit des Sensors +/- 2 °C. Die relative Luftfeuchtigkeit wird in % RH angezeigt, Genauigkeit +/- 5%. Und die Pflanzenerdefeuchtigkeit wird mit deinem Wert um die 2000 angezeigt, denn der Sensor nicht eingesteckt ist. Hier muss man vielleicht erst einmal beobachten und seine eigenen Erfahrungen machen, welcher Wert der besten Feuchtigkeit der Pflanzenerde entspricht.
Wenn die Daten angekommen sind und angezeigt werden, weiß man, dass das LoRaWAN-Gateway einwandfrei funktioniert.
Aber natürlich kann man die Schaltung auch so aufgebaut lassen und checken, wie die Luftfeuchtigkeit nach dem Duschen im Bad ansteigt und wieder abnimmt.
Oder man steckt den Sensor für die Pflanzenerdefeuchtigkeit in den Blumentopf der Pflanze, die man immer vergisst zu gießen und checkt damit deren Feuchtigkeit. Aber daran denken: je nach Art der Pflanzenerde kann es sein, dass Wasser sich eher im unteren Teil des Topfes ansammelt. Wenn der Topf dann viel tiefer ist als der Sensor lang ist, könnte die Angabe nicht mehr stimmen.
Will man das Ganze draußen benutzen, muss man es natürlich wasserfest machen. Vielleicht dann mit Powerbank in eine wasserdichte Frischhaltedose packen. Dann wird es aber schwierig mit einem genauen Luftfeuchtewert. Eventuell helfen dann wirklich kleine Löcher (mit der heißen Nähnadel gestochen) an Stellen, wo kein Regenwasser eindringen kann.
Aber da verlassen wir dann auch schon den Elektronik-Teil.
Youtube-Video
Den Aufbau der Schaltung mit dem XIAO-ESP32-S3 und den Sensoren und der Werte-Anzeige auf dem Smartphone habe ich in einem Video festgehalten:Mein Fazit
Das Seeed SenseCAP M2 LoRaWAN-Gateway Starter-Kit ist wirklich sehr gut gestaltet und es wurde darauf geachtet, dass es so einfach wie möglich aufgebaut werden kann. Auch die entsprechende Anleitung ist gut gemacht. Man hat mit dem Kit ein schnelles Erfolgserlebnis (so schnell und einfach, wie es eben geht).Wer schon einmal ein IoT-Gerät über dessen Access-Point eingerichtet hat - das Prozedere ist ja vom Prinzip her immer das gleiche - wird sich natürlich leichter tun als jemand, der das zum allerersten Mal macht. Aber auch der Zweitgenannte wird das schaffen, es ist echt nicht schwer.
Wären die Header ausnahmsweise schon angelötet (ich mag es ja eigentlich lieber ohne), wäre das Ganze nochmal einfach und wirklich nur noch ein Akt von Zusammenschrauben und Zusammenstecken. Dann wäre es auch für Einsteiger perfekt, die keinen eigenen Lötkolben haben. Die Grove-Verbindungen machen es möglich.
Weiterlesen...
Im nächsten Artikel will ich mal versuchen, das Gateway auf TTN einzustellen und eine LoRaWAN-Node dafür zu bauen. Ich werde den Artikel hier verlinken, wenn er dann fertig ist.Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links
- Wikipedia: LoRa / LoRaWAN
- The Things Network

- Produktseite Seeed SenseCAP M2

- Produktseite Seeed SenseCAP M2 Starter Kit (lohnt sich preislich)

- Quick & No-code Initiation with LoRaWAN Starter Kit

- SenseCAP LoRaWAN Starter Kit-EU868-suitable for LoRaWAN beginners, providing a comprehensive learning and hands-on experience, derzeit USD 119.00

- SenseCAP M2 Multi-Platform LoRaWAN Indoor Gateway(SX1302) - EU868, derzeit USD 99.00

- Seeed Studio XIAO ESP32-S3, derzeit USD 7.49

- Seeed Studio Grove Base for XIAO, derzeit USD 4.50

- Grove-Wio-E5 Wireless Module - STM32WLE5JC, ARM Cortex-M4 and SX126x embedded, supports LoRaWAN on EU868 & US915, derzeit USD 16.90

- LoRa-E5 AT CommandSpecification

- Grove - Temperature & Humidity Sensor (DHT11), derzeit USD 5.00

- Grove - Capacitive Soil Moisture Sensor (Corrosion Resistant), derzeit USD 6.50

- Grove - Universal 4 Pin Buckled 20cm Cable (5 PCs pack), derzeit USD 1.99
