Review LilyGo T-Deck Plus LoRa Meshtastic Node


Das LilyGo T-Deck Plus Meshtastic ist ein Fertiggerät zum sofortigen Einsatz im Meshtastic-Netzwerk.

Was Meshtastic ist, darüber habe ich einen eigenen Artikel verfasst. Nur ganz kurz und viel zu vereinfacht auf eine Summe gebracht: Meshtastic ist wie WhatsApp, nur ohne Internet oder Mobilfunk.

Ich hatte ja schon das T-Echo vom selben Hersteller vorgestellt und einem Review unterzogen.

Während man beim T-Echo über ein Smartphone via Bluetooth steuert, ist das T-Deck Plus ein Standalone-Gerät. Denn es hat eine eingebaute Tastatur, über die man Nachrichten eintippen und versenden kann. Das Smartphone braucht man eigentlich nur einmal, nämlich bei der Einrichtung. Ansonsten ist das T-Deck ausreichend, um Meshtastic mit (fast) all seinen Funktionen zu betreiben.

Was nicht heißt, dass man es nicht trotzdem über Smartphone und Bluetooth bedienen könnte, um wirklich alle Funktionen der Smartphone-App nutzen zu können.

Lieferumfang, Varianten und Hardware

Das T-Deck darf sich zu Recht ein Meshtastic-Standalone nennen: Es hat einen eingebauten Akku, GPS, einen Touchscreen, eine große externe Antenne und ist ohne diese 115 x 19.4 x 73 mm groß. Man muss nichts mehr löten oder schrauben (außer die Antenne drauf) und kann sofort loslegen.

Das Set mit Antenne und USB-Ladekabel kommt in einer stabilen Plastikbox, die mit Schaumstoff ausgepolstert ist. Da kann beim Versand nicht viel schief gehen. Wie beim T-Echo hier einen Pluspunkt von mir für dieses kleine, feine Detail.

Bei der Bestellung eines T-Deck sollte man sich vorher Gedanken machen, welche Variante man braucht. Eins ist für Deutschland klar: es muss eine Variante mit 868 MHz für LoRa sein. Aber es gibt zudem Varianten mit intern verbauter Antenne und ohne Gehäuse. Außerdem wurde in der vorhergehenden Baureihe eine andere Tastatur verbaut.

Die Variante ohne Gehäuse nennt sich schlicht T-Deck. Sie hat kein GPS, automatisch eine interne Antenne (was man dank Mikro-Antennenbuchse ändern kann) und ist die günstigste im Angebot (USD 46.52 direkt von LilyGo direkt aus China im Sept. 2025).

Dann gibt es die Variante mit professionellem Gehäuse, das T-Deck Plus. Diese wiederum gibt es mit interner Antenne für USD 70.99 bzw. USD 77.16, je nachdem, ob man die Meshtastic Firmware schon vorinstalliert haben möchte (und durch Zahlung der Meshtastic-Lizenzgebühren das Projekt unterstützen möchte). Die interne Antenne hat natürlich den Vorteil, dass das Gerät handlich verstaut werden kann wie ein Smartphone. Dafür ist logischerweise der Empfang nicht so gut wie mit einer externen Antenne.

Und dann gibt es noch die von mir empfohlene Variante mit Gehäuse und externer Antenne für USD 75.94 bzw. USD 82.11, welche durch die 17 cm lange Antenne einen sehr guten Empfang bietet. Die Antenne macht das Verstauen des Gerätes natürlich nicht so einfach. Die Antenne ist aber relativ flexibel und stört nicht, wenn man sich das T-Deck z. B. in die Gesäßtasche steckt. Und zur Not kann man die Antenne auch schnell ab und wieder heraufschrauben. Da man bei Meshtastic eine gute Reichweite haben will, ist die klar mein Favorit.

Im Inneren werkelt ein ESP32-S3FN16R8, das steht für 16 MByte Flash und 8 MByte PSRAM. Für die Tastatur gibt es einen eigenen Mikrocontroller, einen kleinen ESP32-C3. Für den LoRa-Funk ist ein Semtech SX1262 Chip zuständig, wie schon beim T-Echo. Dieser verbraucht nur wenig Strom, noch weniger als sein Vorgänger SX1276. Trotz verringerter Leistung ist der Empfang beim SX1262 ein wenig besser als beim SX1276.

Der im kompakten Gehäuse verbaute Akku bringt es mit seinen satten 2000 mAh trotz des großen IPS-Touch-Screens (kapazitiv) mit 2.8" und 320x240 Pixel Auflösung (ST7789 SPI) auf eine lange Laufzeit. Wenn man nur hin und wieder auf den Bildschirm schaut, hält das T-Deck mehrere Tage bei eingeschaltetem GPS und ausgeschaltetem Display durch. Nach einer einstellbaren Zeit geht das T-Deck in den Light Sleep und ist mit Druck auf den kleinen Traskball auch sofort wieder da.

Dank eingebautem Buzzer spielt das T-Deck eine Melodie bei eingehender Nachricht. Darum kann man es gut ans Fenster stellen, warten bis es klingelt und es dann in die Hand nehmen, wieder aufwecken und direkt eine Antwort eintippen.

Die Tastatur ist sehr klein (was auf der anderen Seite auch das Gerät selbst klein hält) und man muss sich ein bisschen eingewöhnen, dann kommt man ganz gut damit klar. Ich weiß nicht, ob ich mir das einbilde, dass die Tasten mit der Zeit etwas leichtgängiger sind oder ob es an meiner Gewöhnung liegt, auf jeden Fall geht das Tippen mit der Zeit immer flüssiger.

Wo wir gerade bei den Geräteausmaßen sind. Ich habe mal nachgemessen und komme auf 115 x 19.4 x 73 mm, was kleiner als moderne Smartphones ist.

Das Gehäuse ist aus stabilen, professionellem Spritzguss, ich schätze ABS. Das Display ist nicht extra geschützt, da sollte es nicht direkt bei einem Sturz drauf fallen. Aber ansonsten macht das Gehäuse einen solide und stoßfesten Eindruck. Wasserfest ist es natürlich nicht.

Tastatur

Wo wir gerade bei der Tastatur waren. Es gibt ein paar Tastenkombinationen, die man kennen sollte: Alle Umschalttasten wie Shift (dicker Pfeil nach oben), alt und sym muss man halten, während man eine zweite Taste drückt. Shift erzeugt Großbuchstaben und sym nimmt die oben klein geschriebene Bezeichnung auf den Tasten. Ziffern werden so über ein "NumPad" - wenn man das so nennen darf - auf der linken Seite eingegeben. Was ganz gut funktioniert. Etwas Finger-verknotetend ist allerdings die Eingabe eines Punktes oder Kommas, weil es nur die eine sym rechts gibt.

Die alt-Taste gibt es nur links und sie dient der alternativen Bedienung, die es kompliziert und schwierig zu merken ist. Laut der Anleitung auf Meshtastic soll es folgende Funktionen geben:
Alt & B: Tastatur Hintergrundbeleuchtung ein/aus Alt & C: Modifikatorfunktion umschalten. Fn wird auf dem Bildschirm angezeigt. Alt & C + M: Benachrichtigungen deaktivieren/aktivieren. Alt & C + Q: Beenden/Abbrechen (Nachricht, vorgefertigte Nachricht usw.) Alt & C + T: Tabulatortaste (einmal für DM-Empfänger, zweimal für Kanal) Alt & C + I: Bildschirmhelligkeit verringern. Alt & C + O: Bildschirmhelligkeit erhöhen. Alt & C + G: GPS umschalten. Alt & C + ?: Netzwerk-Ping senden.
Allerdings erscheint bei mir kein "Fn" unten links. Beim Druck auf Alt & C kommt zwar kein "C", aber das war es auch schon. Keine der Alt & C-Modifikatoren funktioniert. Lediglich das Alt & B tut seinen Dienst: es schaltet die Tastatur Hintergrundbeleuchtung ein und aus.

Also habe ich mir nur dieses Alt+B gemerkt. Was man sich noch unbedingt merken sollte: Man muss den kleinen Trackball über der Tastatur herunter drücken, damit das Gerät wieder aufwacht, wenn einmal der Bildschirm ausgegangen ist.

linke Seite: Reset-Taster und GPS-Port


Auf der linken Seite des Gehäuses findet sich prominent der Reset-Taster. Ich finde den zu leicht zugänglich. Zwar ist er jetzt nicht super leichtgängig, aber trotzdem kann man ihn doch aus Versehen auslösen, etwa, wenn man das T-Eck aus der Jackentasche ziehen will. Mit einem Reset geht die Welt nicht unter, man verliert halt nur ein die Position, wo man gerade war und muss ein paar Sekunden warten, bis das T-Deck wieder hochgefahren ist.

Ich habe euch weiter unten ein Youtube-Video verlinkt, in dem ich das T-Deck aufschraube. Dann fällt einem der Reset-Taster quasi entgegen. Einfach nicht wieder einbauen, und der dann nackte Reset-Taster ist klitzeklein und versenkt. Den drückt man nicht mehr aus Versehen, denn da kommt man nur noch mit Schraubendreher oder dem Fingernagel des kleinen Fingers dran. Problem gelöst.

Unter dem Reset-Taster findet sich eine 4-polige Grove-Buchse, die ziemlich eng geschnitten ist. Das Einstecken eines Grove-Kabels geht noch, aber das wieder Herausziehen ist dann doch fummelig und ohne Fingernagel nicht zu bewerkstelligen.

Hier findet sich die UART-Schnittstelle zum Anschluss eines seriell angesprochenen GPS-Empfängers. Im T-Deck-plus ist der GPS-Empfänger ja schon intern verbaut, aber bei einem normalen T-Deck ohne eingebauten Empfänger ist hier die Buchse zum Anschluss eines externen GPS-Empfängers. Beim T-Deck plus ist der GPS-UART parallel zum Grove-Port angelötet. Es käme auf den Versuch an, ob man hier den seriellen Output vom GPS-Empfänger mitlesen könnte. Wobei sich gleich die Frage stellt: Wozu? Auf dem Hauptbildschirm kann man die GPS-Koordinaten direkt ablesen. Aber vielleicht für das Debugging ganz hilfreich.

rechte Seite: Ein-Ausschalter und SD-Karte


Auf der rechten Seite befindet sich dann ein flacher Schiebeschalter, der sich auch nicht so leicht aus Versehen verstellt, zum Ein- und Ausschalten des Gerätes: noch oben = aus, nach unten = ein. Wer braucht da noch einen Reset-Schalter? Das Gerät aus und dann wieder ein (Have you tried turning it off and on again?) kommt dem doch gleich.

Darüber befindet sich der Mikro-SD-Karten-Slot. Ich empfehle eine schnelle µSD-Karte mit 64 GB Speicher. Hier werden die Daten von der Meshtastic-Software abgelegt und auch die Karten-Tiles finden hier ihren Platz. Map-Tiles oder Karten-Kachel sind kleine Bilddateien mit einem kleinen Ausschnitt einer Karte. Ein Algorithmus berechnet, welches Tile für die gerade anzuzeigenden Koordinaten das richtige ist und zeigt es dann an. Dabei gibt es mehrere Zoom-Stufen: von einer groben Globus-Ansicht bis hinunter auf Straßenebene, bei der einzelne Häuser erkennbar sind.

Man kann unmöglich alle Tiles des Welt auf einer einzelnen µSD-Karte unterbringen, also geht man einen Kompromiss ein und nimmt für die ganze Welt eine gewisse Zoom-Stufe bis auf Stadtteil-Ebene, dann europaweit die nächsten Zoom-Stufen bis auf Hauptstraßen-Niveau, dann vielleicht für Deutschland weitere Zoomstufen und dann wird man für sein Bundesland noch feiner und schließlich für den eigenen Wohnort geht man bis zur Maximal-Zoomstufe.

Heraus kommen Abertausende von kleinen Bilddateien in vielen Unterordner, die stundenlang brauchen, um eine SD-Karte kopiert zu werden. Außerdem muss man sich die Bilddateien für eine bestimmte Region herunterladen, denn es sind auch nicht zu viele auf einmal zum Download zulässig.

Ich habe einen eigenen Artikel dazu geschrieben, wie man das anstellt. Dabei habe ich mir das so organisiert, wie ich das für mich brauche. Bei euch kann das je nach Wohnort natürlich anders ausschauen.

Unterseite und Rückseite: USB C und 1/4 Zoll Stativgewinde

Wohl aus PCB-designtechnischen Gründen liegt der Lade-Port, ein USB Type C Anschluss auf der Unterseite des Gerätes. Zudem steht das T-Deck sowieso eher schlecht auf der Unterseite, mit der Antenne nach oben, wie es wohl am besten Empfang hat. Das macht das Hinstellen generell schwierig und das Hinstellen und gleichzeitige Laden unmöglich.

Aber man kann natürlich einen der vielen Smartphone-Ständer, die es zu kaufen gibt, oder die man sich auch selbst mit dem 3D-Drucker ausdrucken lassen kann, verwenden. Dadurch "schwebt" das T-Deck ein wenig über der Tischplatte und es bleibt Platz für das Ladekabel. Denn die allermeisten Smartphones haben ihren Ladeanschluss ebenfalls auf der Unterseite.

Oder man macht es wie ich. Ich hatte noch einen schönen, aber ungenutzten Mikrofonständer aus Metall übrig, für den ich dann eine passende "Klammer" / Halterung designed und ausgedruckt habe. Da kommt mir das 1/4 Zoll Stativgewinde auf der Rückseite des T-Deck sehr entgegen, denn dort konnte ich die Halterung anschrauben. Nun kann ich das T-Deck oben auf den Mikrofonständer stecken und auch schnell wieder herunter nehmen. Die Schwerkraft sorgt dafür, dass das T-Deck an seinem Platz bleibt. Und nach unten weg ist nun genügend Platz für das Ladekabel. Mehr dazu im Auseinandernehm-Video weiter unten.

Hardware-Schnellübersicht

Hier eine Übersicht von LilyGo selbst, die ich nicht übersichtlicher gestalten könnte und die die gesamte Hardware auf einen Blick zeigt:



Auf den eingebauten Lautsprecher und das eingebaute Mikrofon bin ich noch gar nicht zu sprechen zu kommen. Der Lautsprecher dient natürlich in erster Linie dazu, auf eingehende Meshtastic-Nachrichten aufmerksam zu machen. Das Mikrofon wird derzeit noch nicht unterstützt. Man kann sich aber vorstellen, dass irgendwann in einer späteren Version die vom ESP32 bereitgestellte WLAN-Funktionalität dazu genutzt wird, aufgenommene Sprach-Samples in Text umzuwandeln (Speech-to-Text), so dass man nicht mehr selbst tippen muss. Aber das ist zur Zeit noch Zukunftsmusik.

Aber es schadet natürlich nicht, ein Mikrofon verbaut zu haben, auch im Hinblick darauf, dass das T-Deck ja auch frei programmierbar ist und man nicht unbedingt die Meshtastic-Software darauf laufen lassen muss. Später werde ich bestimmt das eine oder andere Alternativ-Projekt mit dem T-Deck durchprobieren, aber jetzt wollen wir bei der Meshtastic-Verwendung bleiben.

Den Trackball kann man lieben, oder so wie ich, einfach ignorieren. Bestimmt kann man den besser verwendet, als wie die Meshtastic UI ihn jetzt verwendet. Mir ist er derzeit zu ungenau und ich benutze ihn eigentlich nur dafür, um das Gerät wieder aufzuwecken. Der Trackball-Klick ist schön schwergängig, so dass man das nicht aus Versehen in der Tasche macht. Von der Meshtastic UI bin ich bezüglich des Trackballs ein wenig enttäuscht, er wird nicht einmal als Cursor-links/rechts Ersatz bei der Eingabe von Nachrichten unterstützt. Aber das kann ja noch besser werden. Die Hardware ist schon einmal da.

Unterschied in der Bedienung zum T-Echo


Das T-Deck hat eine lange Antenne, die noch einmal einen besseren Empfang hat als die Stummelantenne des T-Echo. Dafür trägt sie aber auch ganz schön auf. Die T-Echo-Echo ist für seine Größe bemerkenswert gut.

Dafür scheint der GPS-Empfang bei T-Echo besser zu sein als beim T-Deck. Bei etwa einem Meter Abstand zum Fenster hatte das T-Echo nach einer Weile einen GPS-Fix, das T-Deck tut sich da ein wenig schwerer.

Das T-Echo hat ja ein super stromsparendes ePaper-Display, während das T-Deck einen 320x240 Farb-TFT mit Hintergrundbeleuchtung hat. Das benötigt natürlich von Allem am meisten Strom. Aber der große 2000 mAh Akku des T-Deck (gegenüber 850 mAh beim T-Echo) gleich das wieder aus. So kann man beide Geräte ungefähr gleich lang benutzen. Wenn man den Bildschirm des T-Deck nur selten gebraucht, dieses sogar länger. Eins bis zwei Tage Laufzeit pro Akkuladung ist mit beiden Geräten drin.

Der Hauptunterschied zwischen beiden Geräte ist aber das Bedienkonzept. Das User-Interface des T-Echo ist schon nicht schlecht, man kann auf dem Display jeweils soviel von den Chatverläufen auf den Kanälen und mit anderen Nodes anzeigen, wie auf eine Displayhöhe passt, also auch mehrere Nachrichten. Aber man kann nicht hochscrollen zu älteren Nachrichten. Das ist aber besser als bei der derzeitigen Meshtastic-Firmware und zum Beispiel dem Elecrow ThinkNode M1 (Review folgt), dass nur eine, die letzte Nachricht anzeigt.

Natürlich kann man jetzt das Smartphone zücken und soweit zurück scrollen, wie man will. Aber das T-Deck braucht da eben nicht das Smartphone für. Das ist sich selbst genug. Auch kann ich mit dem T-Deck munter drauf los tippen und auf eingegangene Nachrichten ohne Smartphone antworten. Was ich sehr komfortabel finde. T-Deck piept. T-Deck rausholen, Nachricht anschauen, gleich antworten. T-Deck wieder wegstecken. Im Gegensatz zu: Auf T-Echo immer wieder nachschauen, ob was angekommen ist, wenn ja, Nachricht direkt auf T-Echo lesen. Falls Antwort nötig: Smartphone rauskramen, verbinden, Nachricht beantworten. Smartphone und T-Deck wieder verstauen.

Wobei wir bei einem Manko des T-Echo wären: es hat keinen Buzzer. Während ich beim T-Deck zwischen zig Melodien wählen kann, die abgespielt werden sollen, wenn eine Nachricht ankommt, bleibt das T-Echo stumm. Dummerweise scheint auch die Meshtastic-App auf dem Smartphone keinen Mucks zu machen, was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann, dass man das nicht irgendwo einstellen kann. Ich habe aber noch nichts gefunden.

Das mit dem fehlenden Buzzer, das ist LilyGo aber bewusst (ich habe es ihnen auch noch mal gesagt) und sie planen schon bald ein T-Echo Plus, dass das dann können soll. Ich werde berichten...

Die Bedienung des T-Deck über den kapazitiven Touch-Screen geht genauso butterweich wie über das Smartphone und es gibt alle Funktionen, die man braucht. Denn es läuft die Meshtastic UI darauf, die natürlich fortlaufend weiterentwickelt wird.

Ersteinrichtung über Bluetooth


Natürlich steht es einem frei, das T-Deck über Bluetooth zu verbinden und dann die volle App-Funktionalität auf dem Smartphone zu benutzen. Aber eigentlich braucht man die App nur einmal am Anfang, um GPS einzuschalten. Die richtige Frequenz (EU 868 MHz) war bereits richtig, nur war beim T-Deck der GPS-Empfänger von Haus aus aus (während er beim T-Echo schon angeschaltet war).

Herauszufinden, wie man das T-Deck mit dem Smartphone via Bluetooth verbindet ist ein wenig tricky und ein Gewusst-Wo.

Zuerst muss der T-Echo per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden. Das sollte eigentlich auch die App können, doch hier hakelt es ein wenig, wie eigentlich mit all meinen Nodes. Also habe ich das Smartphone und das T-Deck, wie schon vorher das T-Echo über das normale Android-Bluetooth-Pairing verbunden, was besser funktioniert.

Um das T-Deck in den Bluetooth-Modus zu schalten, muss man unten links das Zahnrad anklicken, dann ganz nach unten scrollen und auf Reboot / Shutdown klicken. Da versteckt sich das Bluetooth-Pairing. Denn jetzt erscheinen drei Icons: Reboot, Bluetooth, Shutdown. Den wichtigen Bluetooth-Eintrag hat uns das Menü glatt verschwiegen.

Danach kann man dann das T-Deck in Android suchen und sich verbinden. Das T-Deck zeigt dann eine sechsstellige Zahl an, die man im Smartphone einzugeben ist. Fertig ist das Pairing und das T-Deck findet sich in der Meshtastic-App. Die Einrichtung ist dann analog zum T-Echo.

Die Meshtasti UI

Nach dieser Ersteinrichtung ist man im Prinzip nicht mehr auf das Smartphone angewiesen und kann Meshtastic allein mit dem T-Deck benutzen. Dazu befindet sich derzeit die Meshtastic UI in Version 2.6.11 auf meinem T-Deck. Online gibt es eine ausführliche Anleitung der Meshtastic UI auf englisch zum Nachlesen auf der Meshtastic-Seite. Darum, und weil sich die Software in Zukunft stetig erweitert werden wird, verzichte ich an dieser Stelle auf eine ausführliche Erklärung.

Denn generell ist die Meshtastic UI aber intuitiv zu bedienen, wenn man ein paar Dinge weiß. Darum nur ein kurzer Überblick und die Dinge, auf die man achten sollte bzw. die sich nicht von selbst erschließen.

Die wichtigste Taste, die man wissen muss und auf die man so schnell nicht kommt, ist die zum Bildschirm entsperren / Gerät aufwecken. Dazu drückt man den Trackback herunter, bis es klickt. Das geht ein bisschen schwer. Aber es geht.

Nach dem Bootscreen findet man sich im Haupt-Menü. Links in der Steuerleiste kann man die einzelnen Untermenüpunkte an: Mein Workflow ist ungefähr dieser: Ich schaue in der Statusanzeige, ob alles okay ist und ob ich schon einen GPS-Fix habe. Die Icons hier kann man übrigens auch lang-klicken. Außer der Glocke ist aber nicht viel Sinnvolles dabei. Mit der Glocke kann man den Nachrichteneingangs-Klingelton an- und ausschalten.

Dann gehe ich in die Nodes-Übersicht und gucke, wer so alles online ist und wieviele Hops er entfernt ist. Ein Kurz-Klick auf eine Node zeigt mehr Infos, zum Beispiel Sensordaten und die GPS-Position. Ein Lang-Tap auf die GPS-Position zeigt diese auf der Karte. Ein Moment Geduld, ein ESP32-S3 ist kein Raspi 5.

Sehe ich jemanden, den ich schon erwartet habe und mich freue, ihn wieder online zu sehen, hilft ein Lang-Tap auf das Router-Symbol der Node und es öffnet sich der Privat-Chat, wo ich dann direkt lostippen kann.

Oder ich schau mir an, wer sonst so unterwegs ist in der Node-Liste und woher diese kommen / wie weit die weg sind.

Das Sprechblasen-Symbol links benutze ich dann, um zu schauen, ob es auf LongFast etwas Neues gibt. Und wie lang die letzte Nachricht her ist. Wenn das nur ein paar Minuten ist, stehen die Chancen gut, dass eine von mir getippte Antwort den Verfasser noch erreicht.

Hier kommt das Farb-Feature der Meshtastic UI zum Tragen, denn neu verschickte Nachrichten haben für eine gewisse Zeit einen farbigen Rahmen. Wobei bedeutet: In einem Channel bedeutet grün nur, dass die Nachricht bei mindestens einem Node angekommen ist, nicht unbedingt, dass er bei allen Nodes angekommen ist.

Das ist eigentlich auch schon alles, was man braucht und wissen muss.

Unter Einstellungen / Tools finden sich noch ein paar Spielereien, die vielleicht erklärungsbedürftig sind: Mit ein bisschen Herumspielen und Ausprobieren sollte jeder schnell ein Gefühl für seinen eigenen Workflow bekommen. Die Meshtastic UI Oberfläche ist einfach und komfortabel zu bedienen, gerade mit dem Touchscreen des T-Deck.

Die Inneren Werte

Ich konnte es natürlich nicht lassen, und habe das T-Deck auch mal aufgeschraubt und ein Foto vom Inneren gemacht:



Die Verarbeitungsqualität ist schon wie beim T-Echo tadellos. Alles ist optimal verlötet und die Platine ist blitze-blank gesäubert. Die Kabel haben gerade die ausreichende Länge, um beide Gehäusehälften nebeneinander zu legen, wenn auch die eine um 180° gedreht.

Beim Auseinandernehmen wird einem der Reset-Taster entgegen fallen. Ich habe in gleich draußen gelassen und damit ist das Problemchen mit dem etwas ungünstig platzierten Reset-Taster auch schon Geschichte: nun braucht es einen Kugelschreiber oder Fingernagel, um einen Reset auszulösen. Oder man nimmt einfach den An-/Ausschalter, das ist ja so gut wie ein Reset.

Der Wiederzusammenbau ist ein wenig frickelig (siehe Video unten). Ein bisschen Klebeknete zur Fixierung der GPS-Keramikantenne hilft aber immens bei dem Unterfangen.

Persönliches Fazit

Jeder muss für sich und seine Bedürfnisse selbst wissen, ob er lieber ein kleines Gerät wie das T-Echo oder eher ein Standalone-Gerät wie das T-Deck möchte.

Ich persönlich liebe das T-Deck Plus: Es hat alles, was man sich wünschen kann und mit der Mini-Tastatur komme ich von mal zu mal besser zurecht. Die große, externe Antenne hat einen sehr guten Empfang und für den Transport kann ich die Antenne flugs abschrauben.

Das Reset-Taster-Problemchen ist ja nun auch gelöst und auch für das Laden während des Betriebs habe ich eine 3D-gedruckte Lösung gefunden. Damit bleibt wirklich nichts übrig, über das ich noch meckern könnte. Für mich bis jetzt das beste Meshtastic-Gerät.

Ob es mein EDC (everyday carry) Gerät wird oder doch ein anderes, kleineres, muss sich noch zeigen. Es sind noch ein paar Mitbewerber-Produkte auf dem Weg... Zum Schluss gibt es dann einen großen Vergleichstest.

Videos

Mein allererster Eindruck der LILYGO T-Deck (und T-Echo), als ich es das erste Mal sehe. Beim Auspacken beim Mailbag-Video #137:

Hier habe ich mir den T-Deck genauer angeschaut und gezeigt, wie sich das Standalone-Gerät in der Bedienung so macht. Außerdem vergleiche ich es mit dem T-Echo und zeige die Problemlösung für kaputte Kommunikation wegen geändertem Private Key:

Und in diesem Video schraube ich den T-Deck auf, schaue mir die Innereien an, zeige meinen 3D-gedruckten Halter und baue den Reset-Taster aus:



Weiterlesen...

Als nächsten Meshtastic-Kandidaten nehme ich mir das ThinkNode M1 von Elecrow vor. Hier das Review. Es ähnelt dem T-Echo in Funktion und Größe sehr, es gibt aber ein paar feine Unterschiede...



Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links