Elecrow CrowPanel ESP32 Miner LCD-2.8 inch (Cheap Yellow Display) Review und Pinout
Cheap Yellow Displays sind sehr populär. Und das hat seinen Grund. Dieser Grund steckt schon im Namen Cheap. Denn diese Boards gibt es für kleines Geld. Ich habe schon welche um die 7 Euro in einer ComboBlast-Aktion auf AliExpress ergattert. Wenn man sie aus Deutschland über Amazon bestellt, kommen sie allerdings auf rund 20 Euro.Dass Cheap Yellow Displays der Renner sind, hat sich wohl herumgesprochen und viele springen auf diesen Zug auf. Darum sucht man auf AliExpress besser nicht nach den Worten "Cheap Yellow Display", sondern nach der Bezeichnung, die auf der Platine des CYD aufgedruckt ist: "ESP32-2432S028". Zur Zeit kostet ein CYD in 2.8 Zoll mit resistiven Touchscreen auf AliExpress im Choice Versand (dann versandkostenfrei über 10 Euro) ca. 13 Euro Stand: Ende Feb 2026, ein Acryl-Gehäuse kostet noch einmal 2 bis 3 Euro extra. Oder man druckt sich selbst ein Gehäuse mit seinem 3D-Drucker - sofern man einen hat.
Es ist auch kein Wunder, dass das Cheap Yellow Display so beliebt ist. Für roundabout 10 Euro, wenn man Glück hat, bekommt man ein ESP32-Modul mit einem Touchscreen, einem µSD-Card-Leser, einem kleinen Audioverstärker und ein paar Interface-Buchsen. Eine RGB-LED und ein Lichtsensor sind zudem verbaut. Und das alles zu einem Preis, den man locker allein für ein ESP32-Entwicklungsboard ausgeben kann. Und alles ist schon kompakt auf einer Platine verlötet.
Das CYD bringt komplett alles mit, was man für die allermeisten Projekte braucht: einen ESP32 mit WLAN und Bluetooth, einer komfortablen Eingabemöglichkeit über Touch-Screen und einem gar nicht so schlechtem Display mit 320 x 240 Pixeln. Damit lässt sich so gut wie alles realisieren. Für vielleicht extra nötige Sensoren gibt es Anschlussbuchsen.
Das "Original"-CYD – sofern man überhaupt von einem Original sprechen kann, da es sich meist um Kopien eines Platinenprojekts mit unklarem Ursprung handelt – das "ESP32-2432S028"-Board habe ich hier ausführlich vorgestellt.
Ein CYD von Elecrow?
Die Marketingabteilung von Elecrow hat sich wohl gedacht, dass man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen darf und selbst eine ESP32 Touchscreen-Platine auf den Markt gebracht, die sie als 2.8 inch BTC Miner with Cheap Yellow Display (CYD) bezeichnet.Eher als Click-Bait dürfte man die Produktbezeichnung "2 PACK 2.8inch ESP32 Solo Miner LCD Display Cryptocurrency Solo Miner with 1000KH/s Hashrate" bezeichnen, mit der die Platine im Shop angeboten wird. Es wird mit "offizieller NMMiner-Kompatibilität" geworben und damit hat man tief in die Buzzword-Kiste gegriffen.
Wer mal spaßeshalber ChatGPT fragt, wie lange es dauert, ein einzelnes Bitcoin mit 1000 Kilo Hashes pro Sekunde zu minen, der wird die Antwort bekommen, dass das ungefähr so lange dauert, wie das Universum bereits existiert. Also ein paar Milliarden Jahre. Natürlich hält das CYD-Crow, wie ich es ab jetzt kurz nennen möchte, so lange nicht durch und die Stromrechnung wäre sehr, sehr, sehr viel teurer als der Bitcoin wert ist. Und natürlich würde niemand das erleben. Die Wahrscheinlichkeit, einen Bitcoin zu generieren, sind derart gering, dass einem ein Sechser im Lotto wie ein minütliches Ereignis vorkäme, verglichen am investierten Geld.
NM-Miner ist übrigens nicht einmal vorinstalliert, das CYD-Crow kommt mit der gewöhnlichen LVGL-Demo, die man von CYDs gewöhnt ist.
Doch Vorsicht, wer jetzt denkt, das CYD-Crow wäre ein ganz gewöhnliches CYD und die normale CYD-Software würde auf dem CYD-Crow laufen, der irrt sich. Das CYD-Crow ist nicht kompatibel zu gewöhnlichen CYDs. Man kann also nicht einfach eine CYD-Firmware nehmen und diese auf ein CYD-Crow flashen.
Die LVGL-Demo hat man bei Elecrow wohl selbst angepasst und die Miner-Software ist wohl eine der wenigen Firmwares, die schon für das CYD-Crow angepasst sind und darauf laufen.
Natürlich habe ich nicht so schnell aufgegeben und ich mag es auch nicht, wenn Hardware bei mir nutzlos rumliegt, also habe ich meine eigene Firmware Doc Cool's Musicbox auch für das CYD-Crow angepasst, sodass es jetzt eine Firmware mehr gibt, die für das CYD-Crow kompatibel ist. Doc Cool's Musikbox kann ab sofort via Webflasher auch auf das CYD-Crow geflasht werden.
Und da hat sich auch ein Vorteil des CYD-Flow herausgestellt, auf das ich später näher eingehen werde.
Die Unterschiede zu einem normalen CYD
Es gibt ein paar Unterschiede zwischen CYD und CYD-Crow. Auf die wichtigsten will ich gleich mal eingehen:| Merkmal | CYD-V3 | CYD-Crow |
|---|---|---|
| Gehäuse | nein | Klarsicht-Acryl |
| Preis | ca. 13 € ohne, 15 € mit Gehäuse, oft günstiger im Angebot | 2 Stück für 30 US-Dollar plus Versand. |
| Aufschrift | ESP32-2432S028 | CrowPanel, ESP32 Miner LCD-2.8 inch, SKU:DHM04728D |
| Farbe PCB | gelb-orange | gelb-orange |
| MCU | ESP32-WROOM32 | ESP32-32E N4 (im Grunde auch ein WROOM32) |
| Touch | XPT2046 | XPT2046 |
| SD-Card-Reader | µSD | µSD |
| Display | ILI9341 320x240 2.8" TFT | ILI9341 320x240 2.8" TFT |
| RGB-LED | ja | nein |
| Lichtsensor / Fotowiderstand | ja | nein |
| USB-Ports | Micro USB + USB-C | USB-C |
| Ser. Chip | WCH 340C | WCH 340C |
| Batterie-Anschluss | nein | ja |
| Audioverstärker | LTK 8002D | 8002B |
| GPIO-Buchsen | 3x PH_1.25_4P | 3x Grove / CrowTail |
| GPIO-Buchse 1 | UART: VCC, TX, RX, GND | UART: RX2 (16), TX2 (17), VCC, GND |
| GPIO-Buchse 2 | I2C: GND, SCL (22), SDA (21), VCC | I2C: SDA (21), SCL (22) |
| GPIO-Buchse 3 | GPIO: GND, 22, 27, VCC | GPIO: 25, 32, VCC, GND |
Beim CYD-Crow gibt es also keinen Lichtsensor und keine RGB-LED. Dadurch sind ein paar Pins frei geworden und die GPIO-Buchsen besser belegt.
Die Buchsen im Grove beziehungsweise CrowTail Standard (2.0 mm Pin-Abstand, HY2.0-4P) gefallen mir sehr viel besser als die kleinen fummeligen Buchsen mit 1.25 mm Abstand. Wobei hier dem Standard CYD immer ein kleines Käbelchen dabei liegt, allerdings nur eins. Bei jedem CYD-Crow liegt ein Grove-Kabel bei, also zwei im Pack. Weitere können aber im Shop bestellt werden. Außerdem gibt es im Doppelpack: USB-A auf USB-C-Kabel, kleine Stifte für die Touchscreen-Bedienung und kleine Schraubenzieher für eine eventuelle Demontage der Gehäuseschalen.
Der Hauptunterschied zwischen dem CYD-Crow und dem normalen CYD ergibt sich allerdings nicht durch bloßes Hinsehen, sondern erst beim Hören. Die Audioverstärker-Schaltung auf dem normalen CYD ist leider sehr störanfällig und produziert deutliche Nebengeräusche. Erst wenn man einen 100 Ohm Widerstand in Reihe schaltet zum Lautsprecher, wird die Ausgabe erträglich, aber es gibt nur einen bestimmten Lautstärkebereich, in dem es fast keine Störgeräusche gibt.
Das CYD-Crow allerdings scheint alles richtig zu machen bei der Audioverstärker-Schaltung. Die Ausgabe ist zwar ein wenig leiser, aber es gibt keine bis kaum Störgeräusche. So hört sich die Ausgabe auf dem CYD-Crow sehr viel besser an.
Das habe ich allerdings erst bemerkt, nachdem ich meine Musicbox-Firmware vollständig an das CYD-Crow angepasst hatte, was doch ein bisschen Arbeit war, weil viele Pins anders belegt sind und ich Libraries austauschen musste und den Code in vielen Teilen anpassen.
Pinout des CYD-Crow

Der Silk Screen auf dem CYD-Crow-PCB ist vorbildlich gestaltet. Man sieht an allen Schnittstellen, welche Pins diese belegen und kann gleich erkennen, was was ist. Allerdings sollte man beachten, dass der Lautsprecher und der Batterieanschluss dasselbe Format haben, nicht dass man die beiden verwechselt.
Den Batterieanschluss (PH2.0-2P) habe ich persönlich noch nicht ausgetestet, aber das Datenblatt gibt an, dass hier eine Batteriespannung von 3.7 bis 4.2 Volt anliegen soll. Und es ist ja fast selbstverständlich, dass das dann eine Lithium-Ionen-Batterie ist, die man wahrscheinlich auch gleich laden kann. Vermutlich funktioniert das wie bei vergleichbaren Boards auch – getestet habe ich es jedoch nicht. Es ist schön, direkt einen Batterieanschluss auf dem PCB zu haben und das nicht selbst mit einer extra Platine lösen zu müssen. Die Schaltpläne erwähnen übrigens einen maximale Ladestrom vom 500 mA.
Das Acrylgehäuse ist zweckmäßig und sieht nett aus. Es ist gut gestaltet. An den richtigen Stellen gibt es Aussparungen, zum Beispiel für den Boot- und Reset-Button. Das Crow-Panel kommt komplett zusammenmontiert, inklusive eines Acrylgehäuses.
Programmierer, die ihre Software an das CYD-Crow anpassen wollen, müssen sich auf einen tiefen Tauchgang in die Dokumentationsseiten einstellen, denn die besprochenen Daten sind nicht leicht zu finden. Darum habe ich sie hier einmal komplett aufgeführt:
Gemeinsamer SPI-Bus für Touch und TFT:
CLK: GPIO14
MOSI: GPIO13
MISO: GPIO4
Extra für TFT (ILI9341):
CS: GPIO15
Backlight: GPIO27
Reset: GPIO2
Extra für Touch (XPT2046):
CS: GPIO33
IRQ: GPIO36
µSD-Card-Reader (TF):
CS: GPIO5
CLK: GPIO18
MISO: GPIO19
MOSI: GPIO23
Speaker / Audio-Verstärker (8002B):
GPIO26
UART (CH340C):
RX2: GPIO16
TX2: GPIO17
I2C:
SCL: 21
SDA: 22
weitere GPGPIO-Pins:
BOOT: 0
PROT A: 39
PROT A/D: 25, 32, 34, 35
Hardware / Schaltpläne
Batterie

Dem Schaltplan ist zu entnehmen, das der SOT-23-5-SMD-Chip mit der Aufschrift LTH7 auf dem PCB wohl ein 4054A-Ladechip ist, der mit bis zu 500 mA laden kann. Das ist gesund für den angeschlossenen Akku, kann aber eine Weile dauern, bis der wieder voll geladen ist.
Audio-Verstärker

Anscheinend hat Elecrow bei der Verkabelung des SC8200B Audioverstärkers alles richtig gemacht - das sagen zumindest meine Ohren, darum auch hier ein Schaltplan.
Ob es einen Unterschied zwischen einem SC8200B und einem SC8200D Audioverstärker gibt, kann ich nicht sagen. Ich bin keine Audioexperte.
Video
Wie gesagt, habe ich meine Firmware Musicbox für das CYD-Crow angepasst und war dann überrascht, wie viel besser doch die Audioqualität mit dem CYD-Crow ist. Einen Vergleich zwischen dem normalen CYD und dem CYD-Crow und auch eine Demonstration der Audioqualität gibt es im folgenden Video:Fazit
Der starke Clickbait-Charakter der Produktbeschreibung hat das CYD-Crow bei mir zunächst in ein schlechtes Licht gerückt. Das war zumindest meine persönliche Prä-Konditionierung nach Blick auf die Shop-Seite. Aber meine Tests haben ergeben, dass es doch, zumindest im Audiobereich, Stärken hat.Es hat allerdings keine RGB-LED und keinen Fotowiderstand wie ein normales CYD. Aber seien wir mal ehrlich, die RGB-LED ist eher Spielerei und hat keinen wirklichen Nutzen. Dafür aber braucht sie gleich drei Pins, um sie anzusprechen. Der Lichtsensor macht schon mehr Sinn, allerdings ist er nicht sonderlich genau und unterscheidet sich auch zwischen den einzelnen CYDs, sodass es schwierig ist, die Hintergrundbeleuchtung automatisch mit diesem Fotowiderstand anzupassen. Ich finde da eine manuelle Anpassung über einen Dialog sinnvoller.
Viele werden also gut auf diese beiden Dinge verzichten können und sich freuen, dass an den Buchsen jetzt mehr sinnvolle GPIO-Pins anliegen. Beim normalen CYD war Pin 22 ja gleich auf zwei Buchsen vorhanden.
Das Acryl-Gehäuse ist brauchbar, auch wenn ein selbst gedrucktes, abgerundetes 3D-Gehäuse noch einmal besser in der Hand liegt.
Der Preis des CYD-Crow-Duo-Packs kann mit dem der normalen CYDs mithalten, soweit es um die Normalpreise geht. Denn es gibt hin und wieder ComboBlast-Angebote auf AliExpress, bei denen man für ein CYD ein wirkliches Schnäppchen machen kann.
Die Fertigungsqualität des PCBs von Elecrow ist hervorragend und lässt keine Wünsche übrig, aber auch die normalen CYDs haben in der Regel eine gute Qualität, sodass es hier nicht wirklich ins Gewicht fallende Unterschiede gibt.
Quellen, Literaturverweise und weiterführende Links
- ESP32-2432S028 mit 2.8" Touchscreen (Cheap Yellow Display) Vorstellung
- Gehäuse-Design und 3D-Druck mit OpenSCAD: Gehäuse für das Cheap Yellow Display (CYD)
- Doc Cool's Music Box V 1.0 für CYD-V1, V3 und CYD-Crow
- 2 PACK 2.8inch ESP32 Solo Miner LCD Display Cryptocurrency Solo Miner with 1000KH/s Hashrate

- Wiki zum 2 PACK 2.8inch ESP32 Solo Miner LCD Display Cryptocurrency Solo Miner

- Sources zum 2-PACK-2.8inch-ESP32-Solo-Miner-LCD-Display auf GitHub
