Graef Kaffeemühlen im Vergleich: CM702 vs. CM800 bei Siebträger-Espresso

2025-12-03: Graef Kaffeemühlen im Vergleich: CM702 vs. CM800 bei Siebträger-Espresso
Kategorie:Produkt-Test
Stichworte:Espresso, Latte Macchiato, Espressomaschine, Siebträger, Nespresso, Kapseln, kompatibel, Krups, FNA1, Völkner, Graef, CM702, CM800, Tipps, Tricks



Da meine CM702 jetzt schon zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren ein gebrochenes Plastikteil aufwies, die Eigen-Reparatur sich leider ausschließt, weil Graef mir diesmal kein kostenfreies Ersatzteil auf Kulanz überlassen will (machen die wohl nur innerhalb von 24 Monaten ab Kaufdatum) und ich eine 4-Jahre-Garantie von meinem Händler habe, habe ich beschlossen, die CM702 zurückzusenden, mir mein Geld zurückerstatten zu lassen und mir eine neue Kaffeemaschine zu kaufen.

Es gab einen kurzen Umweg über die Shardor CG836, über die ich hier ausführlicher berichte. An und für sich keine schlechte Maschine mit einem sehr guten Preis/Leistungsverhältnis. Allerdings mahlte sie mir den Kaffee nicht fein genug für meine Anforderungen für Espressopulver für meine Siebträger-Maschine. Infos zu der Siebträger-Maschine hier.

Aber ich war ja mit den Mahlergebnissen und der Bedienung meiner CM702 zufrieden, nur war halt die Plastik-Qualität ein Problem. Nun habe ich mir das Metall-Modell von Graef, die CM800 gekauft. Als Black Friday Angebot gab es die kurzzeitig für 113 Euro und ein paar Zerquetschte statt regulär für ca. 130 Euro bei Amazon, also rund 15 Euro Ersparnis. Man kann die CM800 auch direkt beim Hersteller Graef kaufen, da kostet sie dann aber satte 189.99 Euro. Was beweist, dass es nicht immer direkt vom Hersteller günstiger ist. Sollte man zwar meinen, weil es ja keinen Zwischenhändler gibt, der die Hand aufhält. Ist aber nicht immer so, wie man hier sieht. Darum immer: Preise vergleichen.

Nun ist die CM800 bei mir angekommen. Die CM702 habe ich noch nicht zurück geschickt, darum kann ich euch beide Maschinen in dem Foto oben nebeneinander zeigen (draufklicken für ein größeres Foto). Links das Plastik-Modell, die CM702; rechts das Metall-Modell, die CM800.

Ich hatte mir erhofft, dass die bruchanfälligen Plastikteile, die bei meiner CM702 ja nicht allzu lange durchgehalten haben, jetzt bei der CM800 aus Metall sind und wurde dabei stellenweise enttäuscht. Es ist schon fast ein Sakrileg, die CM800-Maschine von außen wertig mit Metallgehäuse und spiegelnden Schriftzügen des Herstellernamens auszustatten und Qualität vorzugeben und dann im Inneren, Teile, die aus Metall sollten dann wieder aus Plastik zu machen.

Das steht natürlich nicht auf der Verpackung. Das zeigen die nicht in den Produktfotos online. Man erfährt es vor dem Kauf einfach nicht. Gut, dass es den guten deutschen Verbraucherschutz gibt, der es einem ermöglicht, das Bestellte zuhause 14 Tage zu prüfen und dann gegebenenfalls zurückzuschicken. Wobei der sich letztens ein bisschen verschlechtert hat: früher war es ja so, dass bei Geräte über 40 Euro der Verkäufer die Rücksendekosten übernehmen musste. Heute ist es so, dass der Käufer immer die Rücksendekosten tragen muss, es sei denn, der Verkäufer übernimmt das freiwillig.

Bei amazon werde ich allerdings als Kunde verwöhnt und darf meine Maschine fast 6 Wochen lang testen - bekommen am 2. Dezember 2025, Rückgabe bis zum 15. Januar 2026. Und die Rücksendekosten würde amazon auch noch übernehmen.

Bevor ich die Maschine jetzt in Einsatz nehme und alles voller Kaffeepulver ist, habe ich die CM800 auseinandergenommen und mir angeschaut und mit den Einzelteilen der CM702 verglichen.

Wer sich so etwas lieber als Video anschaut, anstatt viel Text zu lesen, dem sei das folgende Video angeboten, dass ich aufgenommen habe und dass sehr viele Infos bereithält:



Mir fällt reden auch einfacher als tippen, darum hier in Textform vielleicht nicht alle Unterschiede, aber die wesentlichen werden dabei sein.

Bohnenbehälter

Fangen wir oben an: der Bohnenbehälter der CM800 ist dicker als von der CM702. Dafür hat sie keinen automatischen Verschluss mehr wie die CM702, sondern man muss einen eher billig anmutenden Schieber per Hand zur Seite schieben, um die Bohnen freizugeben bzw. einzusperren. Hier sollte man aufpassen, dass da nichts drauf fällt. Das simpel gehaltene Plastikteil ist bestimmt sicher schnell abgebrochen. Da hat mir der Bohnenbehälter der CM702 besser gefallen, auch weil er schlanker ist.
Wer braucht schon so einen großen Stauraum für Bohnen? Hundertprozentig luftdicht sind beide Bohnenbehälter nicht, aber viel Luft kommt da auch nicht rein oder raus. Ist halt ein Kompromiss zwischen "schnell zu öffnen" und "luftdicht". Ein Drehdeckel würden luftdichter schließen, aber dann müsste man immer drehen. Wie dem auch sei: ich werde wegen Aromaverlustrisiko die Behälter eh nur immer halb voll machen und nie ausnutzen. Da kommt mir der Bohnenbehälter des CM702 näher.

Ansonsten sind beide Bohnenbehälter komplett aus Plastik, bis auf die Schrauben und Federn. Unter dem Bohnenbehälter folgt der Mahlkranz, auch Einstellkragen. Der ist bei der CM702 aus Plastik und hat nur einen Markierungsstrich, bei der CM800 ist der Mahlkranz außen aus Metall und hat die komplette Feinheitsskala aufgedruckt. Allerdings nicht sonderlich gut. Mal steht der Pfeil unter dem Kranz zwischen den Zahlen und die Einstellskala ist auch zu klein, sie scheint zwischen -1 und 45 zu gehen.
Bei der CM702 passt die Skala. Die Zahlen sind immer eindeutig, so dass man sich die notieren kann, um eine Einstellung wieder zu finden.

Mahlkranz, oberes Mahlwerk und Mahlgrad


Aber das ist alles nicht so wichtig. Ich habe mir die CM800 wegen etwas anderem gekauft, von dem ich meinte, dass sie es hätte. Das zweite Plastikteil, das bei meiner CM702 ausgebrochen war, war das Gewinde im Mahlkranz. Hier laufen zwei Haltenasen das Gewinde entlang, die das obere Mahlwerk (das Körbchen) auf dem unteren Mahlwerk (der Mahlkegel bzw. Mahlschnecke) in einem gewissen Abstand halten. Durch das Gewinde, dass durch Drehen des Mahlkranz in kleinen Stufen herab und wieder heraufgestellt werden, ändert sich der Spalt zwischen den Mahlwerken. Je kleiner der Spalt, desto feiner das Kaffeepulver.

Natürlich muss verhindert werden, dass die Mahlwerke aufeinander schleifen und das der einstellte Abstand konstant eingestellt bleibt. Das kriegen die Maschinen auch hin, allerdings gibt es hier ein Problem: Es gibt nur zwei Haltenasen aus Plastik, die in ein eher feines Gewinde greifen. Da der Abstand gehalten werden muss, wirkt sich jede Mahlbewegung direkt auf diese Halterung aus: die Kräfte, die in so einem Mahlwerk herrschen übertragen sich auf Haltenasen und Gewinde und die sind nicht ohne und bei meiner CM702 ist es dann passiert: das Plastikgewinde ist gebrochen. Laut Service brechen wohl auch ganz gerne mal die Haltenasen, die ebenfalls gerade mal ca. einen Millimeter an der beanspruchten Stelle dick sind.

Bei der CM800 hatte ich die Hoffnung, ja die Erwartung, dass das Gewinde und die Metallnasen aus Metall sind, schließlich ist dies das Metall-Modell, oder? Aber nein, Pustekuchen: die Haltenasen und das Gewinde sind auch bei der CM800 aus Plastik! Unglaublich aber wahr: Außen wertig aussehende Metallverkleidung, innen Plastik-Schrott; um es mal ein wenig überspitzt auszudrücken. Zumindest ist das Gewinde bei der CM800 etwas dicker als bei der CM702, dürfte also länger halten. Warum man das allerdings nicht den gesamten Mahlkranz aus Metall gemacht hat und mit Plastik "gefuscht" hat, das will mir nicht in meinen Ingenieurs-Schädel! Das schmerzt mir im Herz - was für ein verschwendetes Potential. Oder ist es am Ende Absicht, damit die Maschinen nicht ewig halten und nachgekauft werden? Das wissen wohl nur die Entscheidungsträger bei Graef.

Ich habe nun ein paar Mahlungen mit der CM800 vorgenommen. Das erste, was auffällt: sie ist leiser als die CM702. Und auch kommt das Pulver gleichmäßiger heraus, was an Schaufelrad liegt, auf den wir gleich kommen. Allerdings hatte ich bei der neuen CM702 noch ein paar Stufen frei - bei der das Pulver so fein war, dass es bei meinem Siebträger eine "Verstopfung" verursachte: das Wasser kam nur sehr langsam durch das Pulver und tropfte langsam heraus, mit der Folge, dass ich nur einen viertel oder halben Espresso hatte, der zudem nicht gut schmeckte. Aber mit der richtigen feinen Stufe war der Espresso fabelhaft. Und ich war froh, ein paar Stufen in Reserve zu haben. Die ich dann auch irgendwann brauchte, denn im Laufe der Monate musste ich immer ein wenig nachjustieren in Richtung feiner.

Bei der CM800 muss ich gleich auf der feinsten Stufe mahlen, laut Skala "-1" - ganz auf Anschlag. Aber da ist das Pulver genau richtig. Jetzt habe ich die Befürchtung, dass ich hier auch nachjustieren werden muss, denn der Aufbau der beiden Maschinen ist ja ganz ähnlich. Und dann keine Reserve zu haben. Obwohl: es gibt bei der CM800 noch ein zweites Gewinde für die Feinjustierung, bei dem man kleine Schräubchen losschraubt, das innere des Körbchens ein wenig hineinschraubt und dann das ganze wieder festschraubt. Dadurch kann man noch ein wenig justieren. Aber ob das viel bringt? Ob der Mahlgrad konstant bleibt, wird sich nur über die Dauer zeigen. Mal schauen, wie es kurz vor Ende des Rücksendezeitraums ausschaut. Wobei: ich wüsste jetzt keine Maschine, die nicht sündhaft teuer wäre und ein annehmbares (mit ein bisschen Zähneknirschen) Preis/Leistungsverhältnis hätte wie die Maschinen von Graef.

Mahlkegel, unteres Mahlwerk, Schaufelrad

Wenn man den Mahlkranz abschraubt, zeigt sich der Mahlkegel aus Edelstahl. Der scheint bei CM702 und CM800 genau gleich zu sein, zumindest sind mir keine Unterschiede aufgefallen. Dieser kann man auch herausnehmen.

Dazu muss man die Hutmutter (10 mm) herausschrauben. Vorsicht Linksgewinde! Also nach rechts lose drehen und nicht nach links, dadurch wird sie nur fester gezogen. Apropos festgezogen: Die Schraube war viel zu fest gezogen und kaum aufzubekommen. Da frage ich mich: Wozu nur? Die Schraube derart brutal festzuziehen macht die Mechanik nicht besser und trägt auch nichts zu einer besseren Funktion bei. Zudem muss man höllisch aufpassen mit Hebeln, den hier unten hat es wieder Plastik, das brechen kann!


Dann liegt das Schaufelrad frei. Das ist dazu da, das gemahlene Kaffeepulver hinaus zu transportieren. Das ist eine weitere Schwachstelle, die bei meine CM702 gebrochen ist (siehe Foto rechts). Zwei verkeilte Kaffeebohnen reichten aus, das Plastil-Schaufelrad der CM702 zu brechen. Der Motor hätte einfach weitergedreht, hätte ich nicht aufgrund des komischen Geräuschen sofort den Mahlvorgang abgebrochen.

Das Schaufelrad der CM702 ist sehr - wie drücke ich es euphemistisch aus - kostenoptimiert. Man kann auch sagen: Plastikschund. Es ist komplett Plastik, lediglich der Dorn, der in den Mahlkegel hineinragt hat im Inneren einen kleinen Metallbolzen mit Plastikummantelung. Wenn hier was blockiert, dreht der Motor weiter und ist stärker als dieses schwache Plastikteil, welches dann bricht. Natürlich könnte man die Stromstärke am Motor messen und bei Spitzen, die bei einem Blockade auftreten, innerhalb von Millisekunden abschalten, aber das hat man sich gespart.

Jetzt das Erfreuliche bei der CM800: das Schaufelrad ist komplett aus Metall. Allerdings hat es immer noch nur einen Dorn, der ist aber komplett Metall und auch nicht aufgesetzt. Der dürfte ein wenig was aushalten. Was ich allerdings immer noch nicht verstehe: auch bei dem CM800 nur ein Dorn. Ich hätte mindestens drei verbaut, um die Last zu verteilen. Hier wird direkt die Motorkraft übertragen. Die muss man doch ein wenig verteilen und darf sie nicht auf einen Dorn legen, der dann fröhlich rumeiert und die Lager des Elektromotors mit der Zeit kaputt machen.

Bei der CM800 ist der Aufbau wie der CM702, siehe Foto. Auf das Schaufelrad wird jetzt der Mahlkegel gesetzt. Der hat ein Loch, dort wo der Dorn ist. Doch wird die Kraft übertragen. Bei der CM702 ist für die Feinjustierung eine 0.2mm Unterlegscheibe zwischen Schaufelrad und Mahlkegel, was diesen minimal anhebt. Den kann man auch durch die mitgelieferte 0.4mm Unterlegscheibe austauschen, damit das Pulver ein bisschen feiner wird und man ein paar Stufen auf der Skala gewinnt. Allerdings führt das bei der CM702 auch dazu, dass der Mahlkegel ein wenig in der Luft hängt und es einen Spalt gibt zwischen Schaufelrad und Mahlkegel, wo sich gerne man im Laufe der Zeit Pulver- mit Kaffeeöl-Resten absetzen und zu einen "Schmierschicht" verbinden. Das ist bei 0.4mm nicht weiter wild.

Aber bei der CM800 sind hier wesentliche dickere Unterlegscheiben verbaut. Das sorft für einen besorgniserregend großen Abstand zwischen Schaufelrad und Mahlkegel, wo sich alles mögliche absetzen kann und das den Motor noch mehr "eiern" lässt. Aber anders hat man wohl nicht den nötigen Abstand hinbekommen, als den Mahlkegel zu weit anzuheben. Was für das Phänomen "feinster Mahlgrad reicht gerade für Espresso aus" spricht. Dadurch greift der Dorn des Schaufelrads noch weniger tief in das Loch auf der Unterseite des Mahlkegels. Die Folge ist vermeidbare Belastung des Motors und die Gefahr, dass hier bald etwas "herumeiert". Bei der neuen Maschine habe ich allerdings noch nichts feststellen können, die läuft ruhig und leise. Leiser als die CM702.

Weiterer Vorteil bei der CM800: es gibt nun fünf Arme (auch aus Metall) am Schaufelrad statt nur drei. Das vermindert den Totraum. Oder anders ausgedrückt: das Kaffeepulver fällt früher aus der Maschine heraus und es verbleibt weniger in der Maschine. So hat man am nächsten Morgen weniger altes Kaffeepulver vom Vortag, dass den Geschmack negativ beeinflussen kann, weil es schon an Aroma verloren hat.

Auslass

Bei der CM702 gibt es einen kleinen, aufsteckbaren Gummi-Rüssel, der seinen Dienst hervorragend absolviert. Man kann direkt den Siebträger darunter halten - Graef liefert einen kleinen Trichter mit - und darein mahlen. Praktisch und zeitsparend. Bei der CM702 sah man dadurch auch immer ganz gut, wie voll der Siebträger schon war und konnte dann entsprechend stoppen.

Bei der CM800 gibt es jetzt einen großen, breiten Auslass mit edel anmutendem Graef Schriftzug an der Front. Nur sehen kann man jetzt nicht mehr so gut, wie viel schon im Siebträger ist. Was schade ist, das sich das verschlechtert hat. Dafür kommt das Kaffeepulver bei der CM800 gleichmäßiger heraus, was wohl dem fünf- statt dreiarmigen Schaufelrad zu verdanken ist.

Die Siebträgerhalteraufnahme ist bei beidem Maschinen gleich und ich versuche sie erst gar nicht bei der CM800, das war mir schon bei der CM702 zu wackelig.

Auffang

Unten schließt eine Auffangschale die Kaffeemühlen ab. Hier landet überschüssiges Pulver. Das bei der CM702 auf gerne mal beim Klopfen auf den Tisch aus der Maschine rieselt. Bei der CM800 eher weniger. Fünf Arme sind halt besser als drei und transportieren dann Pulver aus der Maschine statt nur an den Rand des Auslasses, wo es dann bei der nächsten Erschütterung wie eine Lawine abgeht.

Das Auffang-Ding hat mir bei der CM702 besser gefallen, weil größer. Wobei es bei der CM800 auch nicht schlecht ist, allerdings nicht so tief. Aber vielleicht braucht es das auch gar nicht, weil die Maschine weniger "nachtropft". Unter dem Teil aus Gummi gibt es übrigens eine Kurzanleitung, wie man das Mahlwerk abnimmt und wieder einbaut. Als Gedächtnisstütze. Damit man das dicke (wegen der vielen Sprachen), aber wenig sagende Handbuch nicht herauskramen muss. So versteckt verschandelt er das Design nicht. Einfach und effektiv.

Was andere sagen

In den Bewertungen beschweren sich einige über die CM800, dass das Einstellen mit den Schräubchen zu kompliziert wäre und sie keine Lust hätten, das bei jedem Kaffeebohnenwechsel zu machen. Klar, die Bohnen unterscheiden sich je nach Hersteller. Die einen sind dunkler geröstet und trockener, die anderen nicht ganz so stark geröstet und "feuchter". Manches Kaffeepulver quillt mehr auf und "verstopft" schon bei etwas gröberen Mahlgrad. Da gibt es schon Unterschiede. Aber bisher hat mir die normale Einstellung am Mahlkranz dafür ausgereicht, das auszugleichen. Klar, ich würde mir auch lieber eine Espresso-only Kaffeemühle wünschen, wo ich zwischen 40 Mahlgraden nur für Espresso wählen könnte. Aber man will halt als Hersteller nicht die Filterkaffe und French Press Kaffeetrinker ausschließen. Und besser eine eher umständliche Einstellmöglichkeit als gar keine.

Einige andere haben sich beschwert, dass sie "andauernd" die CM800 Maschine aufschrauben müssten und sie säubern, weil sie einfach nicht mehr mahlen will. Ich schätze mal, man hat dann doch eine Stromstärkenüberwachung des Motors in die CM800 eingebaut und der Motor dreht bei einer Blockade einfach nicht mehr - was ja gut ist, damit nichts kaputt geht. Lieber säubern als wegwerfen, weil kaputt, würde ich sagen. So ein Sicherheitsmechanismus ist bei einem Schaufelrad aus Metall auch ganz klug. Vielleicht ist die Überwachung aber zu unnachgiebig eingestellt. Mir ist das in der kurzen Zeit, in der ich die CM800 benutze, noch nicht aufgefallen.

Fazit

Die CM800 ist schon besser als die CM702. Die CM702 würde ich nicht mehr empfehlen, sondern eher zur CM800 raten. Dann allerdings nicht direkt beim Hersteller kaufen, da ist sie zu teuer. Meine Hoffnungen auf eine sehr viel robustere CM800 wurde allerdings nur teilweise erfüllt: Ein paar Design-"Entscheidungen" der CM800 sind unverzeihlich. Ich kann mir gut vorstellen, wie dem einen oder anderen Ingenieur das Herz blutete, als er die Order des Managements, dass das so und so designt werden muss, umsetzen musste - weil er es eigentlich besser wusste.

Aber leider leben wir in einer Zeit von Kapitalismus und Profitmaximierung. Auch auf Kosten der Umwelt. Denn langlebige Geräte sind gut für die Umwelt, weil man damit erst gar keine neuen Geräte herstellen muss.

Man kann Graef noch nicht mal einen Vorwurf machen. Wenn sie diese Profitmaximierung-Tricks nicht auch anwenden würden, würden sie bald zuwenig verkaufen und vielleicht bankrott gehen.

Eigentlich bräuchte es Gesetze, die Nachhaltigkeit fördern, damit Produkte wieder so designt werden, dass sie langlebig sind. Das wäre Sache der Politik. Aber von der erwarte ich mir zur Zeit nicht gerade viel - aber das ist ein anderes Thema.

Wenn sich neues beim Gebrauch der CM800 zeigt, werde ich euch hier berichten.