Über den Autor / Computer-Historie

 
1977das
'davor'

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Angefangen hat alles eigentlich mit Telespielen. Irgendwann zu Weihnachten (ich glaube 1977) kam das Atari-VCS-Telespiel in die Läden, was ich als Junge ganz toll fand und mir zu Weihnachten wünschte. Ein Telespiel für rund 500 Mark als Geschenk waren dann wohl doch ein wenig überzogen (nun, als 8jähriger hat man zu Werten noch nicht den Bezug), aber es sprang ein Telespiel mit Pong & Co. für mich und meinen Bruder zusammen heraus, von dem wir fast nicht mehr loszukriegen waren. Das Atari-VCS war natürlich trotzdem viel toller, und nachdem wir lange genug genervt hatten, bekamen wir ein Jahr später dann doch ein VCS geschenkt, von dem wir dann gar nicht mehr loszubekommen waren und für das wir unser gesamtes Taschengeld in Cartridges investierten (plus die, die wir geschenkt bekamen). Rückblickend würde ich sagen, dass wir beide uns zu richtigen "Stubenhockern" entwickelt hatten und viel zu viel vor dem VCS gehangen haben anstatt an der frischen Luft. Raus ging es selten und dann meistens, um Module zu tauschen oder Videospielautomaten wie Space Invaders, Asteroids, Galaxian, Galaga, Pac Man, Donkey Kong, Defender, Zaxxon oder Flipper-Automaten in Pommesbuden aufzusuchen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: zur Computerei bin ich durch meinen ausgeprägten Spieltrieb gekommen :-)
 
1981ZX-81
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ZX-81
Mein allererster richtiger Computer nach den Telespielen. Den habe ich mir damals gemeinsam mit meinem Bruder gekauft, weil uns die Module für unsere Atari-Spielekonsole zu teuer waren. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, die Kiste hatte mal grade 1 Kb Hauptspeicher. Der ZX-81 hatte eine Folientastatur, die kaum zu gebrauchen war. Das Ding wurde direkt an den Fernseher angeschlossen und brachte nur ein s/w-Bild. Von Sound konnte keine Rede sein. Außer Piepsen nix gewesen. Dafür war er erschwinglich.
Datenrekorder oder Floppy hatten wir nicht dazu und wenn der Strom weg war, war auch das Programm weg. Wir haben dann immer Programme von Zeitschriften abgetippt und dann gespielt, bis wir keinen Bock mehr hatten. Besonders geärgert haben wir uns, als unsere Mutter mal den Stecker rausgezogen hatte, weil sie die Steckdose zum Staubsaugen brauchte.
 
1982VC-20
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VC 20
Der "Volkscomputer 20" von Commodore, mit 5 Kilobyte RAM und einer 6502-CPU. Das Ding hatte schon mal ein paar Farben (waren's 8 oder 16?) und konnte so was ähnliches wie Sound produzieren. Als Datenträger wurden normale Musik-Casetten verwendet, eingelegt in einen normalen Kassettenrekorder und mittels Interface angeschlossen an den VC-20, womit Programme mit schnarchlahmen 300 bit/s geladen werden konnten. Auf jeden Fall haben wir auf der Kiste den einen oder anderen Joystick "kaputtgespielt" (die Dinger gingen immer viel zu schnell hinüber). Auf dem VC-20 habe ich auch meine ersten Programmierversuche gestartet, im eingebauten Basic. Nicht gerade sehr komfortabel, aber für damalige Verhältnisse gar nicht schlecht. Grafik konnte der VC-20 nur durch veränderte Zeichensätze darstellen, Sprites kannte das Teil noch nicht. Das machte die Programmierung zu einer Bit-Malerie und Binär-Rechnerei. Aber es war lustig.
 
1983VC-64
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Commodore 64
Der legendäre Volkscomputer von Commodore, wegen seiner Form auch "Brotkasten" genannt. 64 Kb RAM, 1 MHz-6510-Prozessor. Ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, ich habe meinen ersten zusammen mit meinem Bruder gebraucht, aber für sündhaft viel Geld (für unseren damaligen Verhältnisse) erstanden. Zuerst habe ich mit der Datasette, ein Speichergerät für normale Musikkassetten, gearbeitet. Das ging elend langsam, mit Turbo Tape gings dann später schneller, außerdem waren die lustigen bunten Streifen auf dem Bildschirm ausgezeichnet dazu geeignet, den Tonkopf zu justieren, was deshäufigeren von Nöten war. Später hatte ich mir ein Diskettenlaufwerk 1541 leisten können: 5 1/4 Zoll Scheiben mit 170 Kb Kapazität. Mittels Locher konnte man sie zweiseitig verwenden und dadurch die Kapazität verdoppeln. Das Umdrehen der Disks wurde durch ständige Übung immer perfekter und sah zum Schluß richtig professionell aus. Joysticks hatte ich natürlich mehr als einen, die gingen ständig kaputt, wenn ich sie an die Wand geschleudert hatte, wenn ich das Level zum 100sten Mal nicht geschafft hatte. Der Competition-Pro erwies als am haltbarsten. Das geht so weit, das ich sogar heute noch ein paar davon mein Eigen nenne. Nachdem dann etliche Spiele durchgespielt waren, gings mit dem Selbermachen weiter: zuerst hab ich mich an ein paar selbstgeschriebenen Programmen im eingebauten Basic versucht: Jeder kennt die Meldung: "38911 BASIC BYTES FREE". Viel zu machen war damit allerdings nicht, weils bei etwas anspruchsvolleren Sachen dann wirklich lahm wurde. Also habe ich mich in Maschinensprache versucht. Da ich noch keinen tollen Assembler hatte, gings erstmal mit nem Hexeditor und reiner Maschinensprache los, was jetzt verdammt schwierig klingen mag, es aber bei Befehlen wie LDA und STA nicht so sehr ist, weil die meisten Befehle 1-Byte-Befehle waren. Trotzdem habe ich mir dann schnellstens einen Assembler besorgt, mit dem die Sache dann doch zügiger von der Hand ging. Ich hab ne Menge in Assembler gemacht und kannte zum Schluß fast alle Betriebssystemeinsprungadressen auswendig, vor lauter IRQ-Vektoren verbiegen, Adressraum unter dem Basic-ROM verwenden und sonst was weiß ich für ein Schnick-Schnack. Rausgekommen sind ein paar Demos für Alpha-170, The Electronic Knights (TEK) und Red Sector (RSI) (An dieser Stelle Grüße an die, die auch ein einer dieser Groups waren), sowie ein paar nette Games, die allerdings nicht an die professionellen herankamen.
Zwischendurch habe ich mir einen Eprommer gekauft und mich mit einigen Hardware-Spielereien beschäftigt. Mein C-64 sah dann schon ein wenig verrückt aus, mit den vielen Leuchtdioden, Knöpfen und Schaltern und dem breiten Flachbandkabel zur Floppy (SpeedDos - war bis 10 mal schneller als mit dem normalen Kabel). Die Firmware habe ich mir natürlich selber auf Eproms gebrannt und dadurch hatte ich dann auch endlich meine eigene, persönliche Einschaltmeldung auf dem 64'er. Viele Leute haben nicht mal gewußt, wo der UserPort an Ihrem C64 war, ich hab ständig was neues drangelötet. Übrigens hatte ich natürlich nicht nur einen 64'er, beim Löten ging schon mal was schief, was ich nicht mehr reparieren konnte. Insgesamt hatte ich wohl so 4 bis 6 von den Kisten. Im Nachhinein muß ich sagen, daß es wirklich eine tolle Zeit war, in der ich viel gemacht und gelernt habe.
 
1984C-64 Commodore 64
Steht nur hier der Vollständigkeit halber drin, weil Commodore damals auf die Idee kam, das "V" wegzustreichen, weil's wohl dem Image nicht zuträglich war. Einen C64-II (der hellere mit der schöneren Form) wollte ich nie, weil ich mich schon so an das Brotkasten-Aussehen gewöhnt hatte, daß ich es nicht mehr missen konnte.
 
1985Amiga 1000
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Amiga 1000
Wow! Dachte ich, als ich ihn das erstemal sah: Echt coole Grafik, bis zu 4096 Farben gleichzeitig. Stereo-Sound. Einfach fantastisch das Ding. Nur etwas teuer: 5500,-- Mark wollten die für das Teil haben. Da konnte ich natürlich nicht mithalten. Aber die Zeit hat für mich gearbeitet, und als es den Amiga so um die 2500,-- gab, hab ich mir einen Gebrauchten gekauft, von irgendeinem so einem Typen in Paderborn, dessen Eltern vor Kohle stanken und der sowieso nichts damit anzufangen wusste. So erstand ich meinen ersten Amiga, Modell 1000, einen der ersten (Nr. 636), einer dieser, wo auf der Rückseite des Gehäuses noch die Autogramme der Entwickler verewigt/eingeprägt sind, inklusive der berühmten Hundepfote. Mit 256 Kb RAM, Kickstart 1.1 auf Diskette (880 Kb) und einem mit 7 Mhz getakteten Motorola-68000'er-Prozessor. Ne 256 Kb-Speichererweiterung brachte den Hauptspeicher auf 512 KB. Per TV-Modulator (1702?) an den Fernseher angeschlossen, dann doch ziemlich schnell einen Philips-CM 8833 Monitor für gekauft, weil das Bild damit einfach besser war. Später kamen dann noch zwei externe Floppys, ein Kickstart-Modul (es nervt, bei jedem Einschalten erstmal das Kickstart über eine Diskette zu laden) und eine 8 MB-Speichererweiterung (die jetzt allerdings nur noch 4 MB hat, weil ich die anderen vier auf SIMM-Streifen gelötet habe und jetzt in meinem 486er den Cache-Controller antreiben) dazu. Als das c't-Magazin dann ein Projekt beschrieb, eine MFM-Platte an den Amiga anzuschliessen, habe ich es fertig gebracht, auch noch eine 65 MB-RLL-Platte (naja, eigentlich ist ja ne 40 MB-MFM, aber gewusst wie...) NEC, 3 1/2 Zoll ins Gehäuse zu quetschen. Damit ließ es sich dann schon ganz gut arbeiten und ich habe unter Amiga Basic, GFA-Basic, Assembler und C ein paar Programme geschrieben. Ansonsten habe ich während meiner Amiga-Zeit die Atari ST-User belächelt und gespielt, gespielt und ähh... gespielt. Meinen ersten Amiga habe ich übrigens heute noch, und außerdem noch zwei Amiga 500. Zum Spielen taugen sie immer noch, und für das bißchen Geld, daß man noch dafür bekommt, geb ich sie nicht her.
 
1988PC 8088 Schneider 1512
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Schneider PC
Wie gesagt, hatte ich die meiste Zeit mehr wie einen Amiga. Als ich mal wieder zwei hatte, kam ein Nachbar zu mir und sagte: "Du kennst Dich doch mit Computern aus...". Mein Stichwort. Wir haben uns dann seinen PC, Marke Schneider angeschaut, mit dem er natürlich gar nicht klar kam (DOS 3.3), weil zu kompliziert. Er hatte sich das nicht so schwierig vorgestellt. Ich habe ihm dann meinen Amiga 500 gezeigt und er war gleich von der Einfachheit begeistert: Diskette rein, warten, Joystickknopf drücken, spielen. Das war das richtige für Ihn und es war ein Leichtes, ihn von einem Tausch zu überzeugen. So bin ich also zu meinem ersten PC gekommen: Ein Schneider, naja, da hatte ich noch nie was drauf gegeben und die ergonomische Maus (ist ergonomisch ein Synonym für "wenn man keine Schmerzen und verkrüppelten Finger dabei kriegt, sollte man zum Arzt gehen, es sei denn, man ist ein Alien"?) machte auch nicht den Eindruck auf mich, als könnte man aus der Maschine was rausholen, was nicht langweilig ist. Das Ding hatte einen mit 8 MHz getakteten 8088-Prozessor mit 640 Kb Ram, einer 20 MB-Platte und einer 360 Kb 5 1/4 Zoll-Floppy. Schnell habe ich begriffen, das das Ding nicht zum spielen taugte, aber das war ja nicht so wild, ich hatte ja meinen Amiga. So langsam machte ich mit dem DOS vertraut und bald war ich Herr über autoexec.bat und config.sys. Dann entdeckte ich, wofür das Ding wirklich taugte: Dafür gab es Software, die was taugte und die nicht ständig abstürzte, wie auf dem Amiga (Guru Meditation läßt grüßen!). Und es gab Compiler, gute Compiler, mit denen man was anfangen konnte und bei denen die Programme anständig und schnell (im Vergleich zum Amiga) liefen. Also hab ich meine Programmiertätigkeiten immer mehr vom Amiga auf den PC verlagert und hübsche kleine Programme geschrieben. Ich wollte auch meine Mailbox auf den PC portieren, bin aber leider nie fertig geworden. Aber eines hat sich dabei herauskristallisiert: meine neue Linie wird der PC sein.


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