The Machine - Bride Of Pinbot (B.O.P.)

Foto-Galerie 3D-Bilder Audio Highscores Links

Schon als kleiner Junge war ich ein Pinball-Fan. Wenn ich mich recht erinnere, standen die Flipper schon vor den Videospielautomaten wie Pac Man und Co. in den Spielhallen. Die ersten noch mit mechanischem Zählwerk (Jackpot: klacker, klacker, klacker), die späteren mit Digitalanzeige und die letzten mit Dot-Matrix-Display (Punkte-Anzeige aus vielen kleinen LEDs).

Unzählige Stunden haben ich und mein Bruder in Pommesbuden und später in Spielhallen verbracht, um zu flippern. Flipper waren immer meine Lieblingsspiele, weil man daran für sein Geld einige Zeit spielen konnte, wenn man ein wenig geschickt war. Bei Videospielen war die Mark schnell verspielt und Geldspielautomaten waren für mich schon immer nur etwas für Leute, die nicht rechnen können (btw: 60% Ausschüttung). So war z. B. ein Höhepunkt an einem Italienurlaub, dass wir als Minderjährige in eine Spielhalle durften, was wir natürlich exzessiv genutzt hatten.

Soweit ich weiß, werden Flipper heutzutage so gut wie nicht mehr hergestellt, nur die Firma Stern scheint noch neue Geräte zu entwickeln und zu verkaufen. Die alten amerikanischen Marken wie Williams, Bally-Wulff und Data East sind vom Neumarkt verschwunden und sind - wenn überhaupt - nur noch als Gebrauchtgeräte zu ergattern. Zu meinen Lieblingen zählen High Speed, Taxi, Terminator 2 Judgement Day, Fun House, Cyclone, Black Knight 2000, Earth Shaker, Diner, Pinbot und natürlich nicht zuletzt The Machine. Ich fand die Williams-Geräte immer am spielbarsten, aber auch bei denen von Bally-Wulff und Data East waren einige gute dabei.

Das Flipper heute so gut wie nicht mehr hergestellt werden, liegt an den hohen Herstellungs- und Wartungskosten. Kaum verwunderlich, dass öfter einmal etwas am Gerät kaputt geht, wenn man eine (oder auch mehrere beim Multiball) schwere Stahlkugel durch einen Holzkasten schießt, Rampen hoch und runter und vor Ziele. Die Wartungstechniker kann sich heute niemand mehr leisten. Darum sind soviele Flipper auch in erbärmlichem Zustand in den Spielhallen.
Mit Erschrecken musste ich feststellen, dass meine Lieblings-Spielzeuge, die Flipper, langsam aus den Spielhallen verschwanden und Geldspielgeräten Platz machen mussten. Mit denen ließ sich mehr Geld machen, sind sie doch billiger in der Herstellung und nahezu wartungsfrei. Und durch Spielsüchtige, die an 3 Automaten gleichzeitig ihr Geld verspielen, geht die Rechnung auf. Für mich allerdings verloren die Spielhallen damit ihren Reiz, insbesondere auch, weil sich das Publikum im Laufe der Zeit stark wandelte - Geldspielautomaten-Süchtige sind halt andere Leute als Flipper- und Billard-Spieler.

Also beschloss ich, mir einen eigenen Flipper zu kaufen und den Spielspaß für die Zukunft zu sichern, in der bald kein einziger funktionierender Flipper in den Spielhallen zu finden sein würde. Ich wollten keinen, der zu schnell langweilig werden würde und darum einen etwas schwierigeren, anspruchsvolleren. Und auf jeden Fall wollte ich einen Flipper mit Multiball; wenn er sich im Wohnzimmer wegen des Aussehens ganz nett machen würde, wäre das natürlich kein Nachteil. Allzu kompliziert sollte er dann allerdings auch nicht sein, mir war von vornherein klar, dass ein eigener Flipper immer wieder mal Bastelei bedeuten würde. So wollte ich einen mit klassischer Digitalanzeige und ohne DOT-Matrix-Display.

Meine Wahl fiel auf "The Machine - BOP" von Williams. Zum Einen war er anspruchsvoll genug, um nicht schnell langweilig zu werden, zum zweiten ist er ein wirklich ansehnlicher Flipper mit sexy Optik und auch der Sound ist eine Klasse für sich - diese sexy Sprachausgabe hat schon etwas. Und die Umsetzung der Metamorphose von der "Maschine" zur "Frau" in Licht- und Sound- Effekten und Sprachausgabe ist eine Klasse für sich, das pochende Herz, der Billion-Shot, für den nur 10 Sekunden Zeit ist, dass alles macht ein Spiel an 'ihr' zu einem spannenden Erlebnis.

The Machine hat allerdings eine sehr gemeine, unfaire Falle: Wenn man die Herzrampe (die mittlere Rampe) hochschießt und nicht die Kurve kriegt, dann kommt die Kugel wieder zurückgerollt, genau mittig zwischen den Flippern durch ins Aus. Nach einigen frustrierenden Erlebnissen dieser Art habe ich dann einen Gummi-Pflock ("Mid-Post") zwischen die Flipper installiert, an der die Kugel in einem solchen Fall wieder zurück aufs Spielfeld prallt. Den Flipper ein wenig umbauen zu können, ist ein unschlagbarer Vorteil eines eigenen Gerätes. Nun macht er noch mehr Spaß und man hat nicht mehr das Gefühl vom Flipper ungerecht behandelt zu werden.

Letztens musste ich an 'ihr' wieder ein wenig 'herumhantieren': 'sie' verlor bei jedem Ausschalten ihr Gedächtnis, weil ein Kontakt der Batteriehalters durch eine ausgelaufene Batterie korrodiert war. Bei der Gelegenheit habe ich auch noch ein gebrochenen Plastikring an einem Spulengelenk gefunden, der von mir durch zwei Metall-Unterlegscheiben verstärkt wurde und jetzt ewig halten sollte - Ersatzteile sind halt nicht ganz einfach zu bekommen. Diese Inspektion / Reparatur habe ich zum Anlaß genommen, 'sie' einmal zu fotografieren und zu dokumentieren. Das Ergebnis ist weiter unten zu finden.

Doch zuerst ein kurzer Abriss des Spielablaufs: Ziel des Spieles ist es, aus der 'toten' Maschine eine 'lebendige' Frau zu machen. Der Umwandlungsprozess heisst in dem Spiel Metamarphose und geschieht schrittweise, indem man zweimal über die linke Rampe schießt. Beim 1. Rampenschuss läuft der Ball am Helm vorbei und landet in dem Mini-Spielfeld oben rechts, wo er beim rechten Flipper oder im Kugelabschuss wieder herauskommt oder durch ein Loch zu den Bumpern (die zurückstoßenden Zylinder unterhalb der Mini-Spielfläche) hindurchfällt und durch den rechten Tunnel zurückkommt. Sodann ist die 'Durchfahrt' gesperrt, und die Kugel prallt beim 2. Rampenschuß von einer Klammer vorm Minispielfeld ab und landet im Helm, wo die Matamorphose vollführt wird:



Seite 2 >