Meine Geek-Projekte

Seitdem in Deutschland die "Schmeiß-weg-kauf-neu"-Kultur Einzug gehalten hat, weil Reperaturkosten für elektronische Geräte in nicht mehr lohnende Höhen geschnellt sind, hat sich bei mir der Brauch eingebürgert, selbst Hand an defekte Geräte anzulegen und zu versuchen, diese zu reparieren. Ein wenig kenn ich mich schon mit Messgerät und Lötkolben aus und hab so manches Gerät vor der Mülltonne bewahrt und wieder flott bekommen. Das, was nicht mehr zu retten ist, wird von mir ausgeschlachtet und noch brauchbare Einzelteile kommen in meine große Kisten. Und falls einmal ein Elko seinen letzten Tropfen Elektrolyt ausgehaucht haben sollte, findet sich sicher Ersatz auf einer Platine in einer dieser Ramschkisten. Das erspart den Weg zu Conrad oder eine Bestellung bei Reichelt. Ausrangierte, weil überaltete Computerkomponenten wie 80 MegaByte-Festplatten, ISA-Steckkarten oder Mainboards für 486er-Prozessoren komplettieren diese "Sammlung".

Hin und wieder packt mich dann mal die Bastel-Lust und ich hole Werkzeug und Lötkolben heraus und versuche aus dem Schrott irgend etwas nützliches, oder auch nur spaßiges zu zaubern. 'Geeky' in diesem Zusammenhang soll heißen, dass dabei Dinge herauskommen, die garantiert nicht jeder hat oder die es im Laden um die Ecke zu kaufen gäbe.

Dies hat der Geek in mir bereits "erschaffen"

Festplattenuhr (2006)

Eine Wanduhr mit Festplatten-Innereien gibt jedem Zimmer den richtigen Hightech-Touch. Uhren aus CDs mit Plastikzeigern sind schon seit Langem out, die hängen an jeder zweiten Wand. Die in allen Regenbogenfarben schillernden Silberscheiben haben ihre anfängliche Faszination schon lange verloren.
BME->LE-Konverter (2006)

BME-LE-Konverter steht für "biomechanische Energie -> Lichtenergie - Konverter", also ein Gerät, das von der ersteren in die zweite Energieart umwandelt. Die biomechanische Energie wird erbracht, in dem man an der Rändelschraube oben am Gerät im Uhrzeigersinn dreht, was die daran befestigte Spule in dem sie umgebende Hohlzylinder aus Permanentmagneten drehen lässt. Durch das bei Drehung wechselnde Magnetfeld wird eine Spannung in die Spule induziert, die oben auf der Scheibe abgegriffen werden kann und die LED bei genügender Spannung (= genügend großer Umdrehungsgeschwindigkeit) zum Leuchten bringt, was der Lichtenergie entspricht. Oder einfach ausgedrückt: drehste oben, leuchtet das Lämpchen ;-)
Webcam mit Anzeige der Radioaktivität (2006)

Nachdem mein Yashica Hi-8 CamCorder nicht mehr für Aufnahmen brauchbar ist, weil ein paar Billig-Plastik-Führungsrollen im Inneren abgebrochen sind und ich seit DVB-T und Internet-Radio für meine Videokarte auch keine rechte Verwendung mehr hatte, haben diese Komponenten einen neuen Einsatzzweck als WebCam gefunden. Da mir doch ein wenig das exhibitionistische des Parade-Geeks abgeht, war ein anderes 'interessantes' Motiv vonnöten. Da bat sich das nur selten gebrauchte Strahlendosimeter an, dass aus Produktionen der ehemaligen Sowjetunion stammt und zur 'Wende' günstig von mir erstanden wurde. Thermometer, Uhr und Luftfeuchtemesser komplettieren die Anzeige und wenn ich mal ein günstiges Digital-Barometer (oder sonstwas) erstehe, stelle ich es einfach dazu. Alle 30 Sekunden würd ein neues Live-Bild erstellt und die Bilder werden stündlich archiviert und können über ein DHTML-Interface auf der WebCam-Seite abgerufen werden.
C64DTV Modding (2005)

22 Jahre sind seit 1983 vergangen, dem Jahr in dem ich meinen ersten C=64 mein Eigen nennen durfte. Nach ZX-81 und VC-20 war das meine dritte Rechnergeneration und zur damaligen Zeit ein echtes Prachtstück, das mich jahrelang begleitete, ehe er durch den Amiga abgelöst wurde. Der C=64 war der Rechner, auf dem ich Basic und Assembler gelernt habe und auf dem ich natürlich die eine oder andere Stunde spielenderweise verbracht habe. Und nun - anno 2005 kommt sein Revival in Form des C64DTV - einen kompletten C=64 in einem dem Competion Pro nachempfundenen Joystick für gerade einmal 25 Euro. Was meinen C64DTV von anderen unterscheidet sind der Tastatur-, der Netzteil- und die beiden externen Joystick-Ports, so dass ich mit einem wesentlich besseren, originalen Competition Pro spielen kann...
Photonenbombe (2005)

Letztens habe ich mein Auto ausgeräumt und im Unfallaufnahme-Kit eine uralte Analog-Kleinbild-Kamera gefunden. So ein richtiges Billig-Teil; das habe ich ganz schnell herausgefunden, als ich den 'manuellen Filmweitertransport' einmal ausprobieren wollte.. knirsch.. knack.. kaputt. Die jahrelange Hitze im Auto hat ihm wohl nicht gut getan. Aber nicht schade drum; gleich mal schauen, was da alles so drin ist...
Geek Keychains

Woran erkennt man einen echten Geek? Nein, nicht an der Frisur, und nein: auch nicht an der Brille. An der blassen Gesichtfarbe? Schon eher, aber... Geeks sind nicht mehr unbedingt diese lichtscheuen Gesellen, die sich nicht außer Haus trauen und das Tageslicht wie die Vampire meiden. Trotzdem outen sich Geeks als solche ganz gerne, wenn man unter sich ist. Schließlich soll der Newbie wissen, wen er da anspricht ;) Der extrovertierte Geek trägt dazu auffällige T-Shirts, etwa mit der Aufschrift "Ich bin root. Ich darf das."; doch nicht jeder mag seine Geekness derart in die Umwelt heraus posaunen. Der Geek, der etwas unauffälliger sein möchte, bis der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich selbst zu enttarnen, gibt sich auf folgende Weise zu erkennen: er legt seinen Schlüsselbund auf den Tisch.